März bis Dezember.

März bis Dezember.

Beitragvon -sd- » 07.05.2021, 20:22

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Märzenschnee (21.) tut Saaten weh.
Wie der März, so ist der ganze Sommer.
Kunigund (3.) macht warm von unt‘.
März trockener und heller, füllet Scheuer und Keller.
Auf Märzendonner folgt ein fruchtbares Jahr,-
viel Frost und Regen bringt Gefahr.
Auf Märzenregen folgt kein Sommerregen.
Der März kriegt den Pflug beim Sterz.
Wenn am Josefitag (19.) der Wind geht, weht er das ganze Jahr.
Im März Ferkel und Fohlen alle Bauern haben wollen.
Ist's an Maria Verkündigung (25.) schön und rein,
so soll das Jahr recht fruchtbar sein.
Wenn der März Wind bringt und der April Regen streut,
so folgt ein Mai, der das Herz erfreut.

Juli recht heiß lohnt Müh und Schweiß.
Was Juli und August am Weine nicht vermocht,
das wird vom September nicht gar gekocht.
Wenn Juli fängt mit Tröpfeln an, so wird man lange Regen ha'n.
Im Juli will der Bauer schwitzen, anstatt hinterm Ofen sitzen.
Dampft das Strohdach nach Gewitterregen,
so kehrt das Gewitter wieder auf anderen Wegen.
Dem Sommer sind Donnerwetter nicht schand, sie nützen der Luft und dem Land.

Gibt Ring oder Hof sich Sonn oder Mond, bald Regen und Wind uns nicht verschont.
Margaretenregen (13.) bringt keinen Segen.
Sommers Höhenrauch in Menge, ist Vorbote von großer Winterstrenge.
Sind abends über Wies und Fluß Nebel zu schauen,
wird die Luft anhaltend schön Wetter brauen.
Im Juli golden die Sonne strahlt, so golden sich der Roggen malt.
Sind am Jakobitage viele weiße Wolken am Himmel, so folgt im Winter viel Schnee.
Fällt vor Jakobi die Blüte vom Kartoffelkraut, auf keine gute Kartoffel baut.
Werfen an Anna die Ameisen höher auf, folgt ein strenger Winter drauf.

Was der August nicht kocht, wird der September nicht braten.
Wie der August so der künftige Februar.
Hitze an St. Dominikus (4.), ein Strenger Winter folgen muß.
Wenn der Kuckuck im August noch schreit, gibt's im Winter teure Zeit.
Was die Hundstage gießen, muß die Traube büßen.
Der Tau ist dem August so not, als jedermann sein täglich Brot.
Leuchten vor Maria Himmelfahrt die Sterne, so hält das Wetter gerne.
Wenn im August viel Goldkäfer laufen, braucht kein Wirt den Wein zu taufen.
Im August viel Regen, ist dem Wein kein Segen.
Ziehen Storch und Kuckuck früh im August, gibt's bald Schnee und Winterluft.

Wenn jetzt Storch von dannen ziehn, werden bald Eisblumen blühn.
August ohne Feuer, macht das Brot teuer.
Wie das Wetter an Bartlmä (24.) ist, wird der ganze Herbst sein.
Bartlmä, Bauer säh, Bauer schneid, 's ist höchste Zeit !
An Augustin (28.) ziehen die Wetter hin.
Ist das Korn geborgen, kann es regnen bis morgen.
Bartholomä voll Sonnenglut, macht Wein und Reben stark und gut.

September’s Anfang mit seinem Regen kommt allezeit dem Bauern gelegen.
Ist Ägidi (1.) ein heller Tag, ich dir schönen Herbst ansag.
Wie der Wind an Ägidi abends geht, so geht er im ganzen Herbst.
Ägidi hält sein Wetter vier Wochen fest.
Tritt im September viel Donner ein, wird der Winter kalt und schneereich sein.
Am Septemberregen ist dem Bauern viel gelegen.
Je größer im September die Ameisenhügel, desto straffer des Winters Zügel.
Tritt Matthäus ein (21.), muß die Saat beendet sein.
Wenn Matthäus weint statt lacht, er aus Trauben Essig macht.
Einer Traube und einer Geiß wird's im September nicht leicht zu heiß.
Fallen die Eicheln vor Michaeli ab, so steigt der Sommer früh ins Grab.
Matthis macht die Trauben süß.
Wenn Michaelis der Wind kalt weht, ein harter Winter zu erwarten steht.
Wenn die Jungvögel nicht ziehen vor Michaeli (29.),
wird es nicht Winter vor Weihnachten.
Wenn der September noch donnern kann, so setzen die Bäume viel Blätter an.
Fällt das Laub zu bald, wird der Herbst nicht alt.
Auf Nebel im September folgt ein gutes Jahr.

Gibt’s Oktober schon Frost und Schnee, tut der Winter nicht allzu weh.
Oktober ohne Stern hat warme Öfen gern.
Nichts kann mehr vor Raupen schützen als Oktobereis in Pfützen.
Ist im Oktober das Wetter hell, so bringt es her den Winter schnell.
Scharren die Mäuse tief sich ein, wird es ein harter Winter sein;
und viel härter noch, bauen die Ameisen hoch.
Sitzt im Oktober das Laub noch fest am Baum, fehlt ein strenger Winter kaum.

Im Oktober Frost und Schnee, bringt im Winter vieles Weh.
Wie im Oktober Regen hausen, werden im Dezember die Stürme brausen.
Gießt St. Gallus (17.) wie ein Faß, ist der nächste Sommer naß.
St. Gall gehört die Kuh in Stall.
Trägt der Hase lang sein Sommerkleid, ist der Winter auch noch weit.
Ist der Oktober kalt, so macht er fürs nächste Jahr den Raupen Halt.
Oktobergewitter sind Leichenbitter.
Rau und dick das Hasenfell, sorg für Holz und Kohlen schnell.
Warmer Oktober bringt fürwahr uns einen sehr kalten Februar.
Bringt der Oktober viel Regen, ist's für die Äcker ein Segen.

Wenn um Martini Nebel sind, dann wird der Winter meist gelind.
Allerheiligen klar und helle, sitzt der Winter auf der Schwelle.

An Allerheiligen der Schnee in den Winkeln,
an St. Andreas der Schnee auf der Straße.
Wirft herab Andreas Schnee, tut’s dem Korn und Weizen weh.
Nach der Allerheiligen-Misse sind wir des Winters gewisse;
wenn er dann nicht kommen mag, dauerts bis Martinitag (11.).
Kommt St. Martin mit Winterkält, ist's gut, wenn bald ein Schnee einfällt,
man hat ihn lieber dürr als naß, so hälts sichs auch mit St. Andreas.
Bleibt vor Martin Schnee schon liegen, wird man gelinden Winter kriegen.
Der Sommer, den uns St. Martin beschert, drei volle Tage und ein bisschen währt.
Dem heiligen Klemens (23.) traue nicht, denn selten zeigt er ein mild Gesicht.

Grüne Christtage, weiße Ostern.
Wenn’s nicht vorwintert, wintert’s nach.
Geht Barbara (4.) im Grünen, geht’s Christkind im Schnee.
Fließt noch Nikolaus der Birkensaft, dann kriegt der Winter keine Kraft.
Regnet es an Nikolaus, wird der Winter streng und graus.
Große Schneemassen, große Kornhaufen.
Im Dezember sollen Eisblumen blühn, Weihnacht sei nur auf dem Tische grün.
Kommen Hasen und Ammern in die Gärten, will der Winter sich verhärten.
Wenn Luzia (13.) die Gans geht im Dreck, dann geht sie am Christtag auf Eis.

Herrscht in der ersten Adventswoche strenges, kaltes Wetter, so soll
dasselbe acht Wochen lang anhalten.
Ein kalter Dezember, ein zeitiger Frühling.
Sturm im Dezember und Schnee, da schreit der Bauer „juchhe !"
Klappern die Bäume von Eis an den Weihnachtstagen,
dann werden sie im nächsten Jahr viel Früchte tragen.
Wie es Adam und Eva (24.) spendt, bleibt das Wetter bis ans End.
An Stephan (26.) muß es windstill sein, sonst fällt die Hoffnung auf den Wein.
Christnacht hell und klar, deutet auf ein gutes Jahr.
Dezember kalt mit Schnee, gibt Frucht auf jeder Höh‘.
Wind in Silvesters Nacht, hat nie Korn und Wein gebracht.
Hängt zu Weihnachten Eis von den Weiden, kannst zu Ostern Palmen schneiden.

Quelle
: OSTPREUSSEN-WARTE, August 1958

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