Herkunft von in Posen angesiedelter Lutheraner.

anhand von Adreßbüchern, Kirchenbüchern, Standesamtseintragungen u.a.

Moderator: -sd-

Herkunft von in Posen angesiedelter Lutheraner.

Beitragvon -sd- » 06.03.2023, 11:39

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Wer weiß, woher die in den ehemaligen preußischen Gebieten
angesiedelten Lutheraner stammen ?


Neben Menschen aus dem heutigen Baden-Württemberg kamen unter Friedrich dem
Großen auch Neuansiedler aus der Pfalz, dem Elsaß, Schlesien, Thüringen, Mecklen-
burg, Pommern und Brandenburg. Nicht zu vergessen Einwanderer aus Bamberg.
Hierzu ein kleiner Artikelausschnitt, den ich im Internet gefunden habe:

"Hintergrund der Neuaufnahme dieser Beziehungen (Bamberg - Posen Stadt) ist
abei die Auswanderung umfassender Bevölkerungsgruppen aus dem dicht bevölker-
ten, z.T. verarmten katholischen Hochstift Bamberg seit dem Beginn des 18. Jahr-
hunderts, die sich in den während des Nordischen Krieges in Mitleidenschaft gezo-
genen "Kammerdörfern" im Umland Posens niederließen.
Bis weit in das 19. Jahrhundert waren Familiennamen, Trachten, Sprache und
Gebräuche bamberger Ursprungs - wenngleich oft in angepaßten Formen -
deutlich feststellbar und bis heute verfolgbar. Das Wissen von der Herkunft aus
dem fränkischen Hochstift findet in der Brunnenfigur der "Bamberka" in Posen
einen sichtbaren Ausdruck."

Aber auch Holländer, die ihre Kenntnisse im Deichbau und Mühlenwesen mit-
brachten, Kaschuben, Juden und Hugenotten gehörten zu den Neusiedlern.

Es war ein buntes Völkergemisch, das sich in den ehemaligen preußischen
Gebieten tummelte. Viele Nachnamen geben Aufschluß über die ursprüngliche
Herkunft der Zuwanderer.

Edelgard Strobel

-

Woher sind die Bamberger gekommen ?
https://regionwielkopolska.pl/de/artyku ... i-bambrzy/


Die zu Beginn des Jahrhunderts geführten Kriege und die große Pest in den Jahren
1708-1710 entvölkerten die Dörfer um die Hauptstadt von Wielkopolska so sehr,
daß die Lebensmittelversorgung von Poznań gefährdet war. Bald darauf begannen
Familien deutscher Bauern aus der Gegend um Bamberg in Bayern nach Wielkopolska
einzuwandern und mit der Zeit wurden alle Siedler dieser Nationalität, die sich im
18. Jahrhundert in Poznań und Umgebung niederließen, Bamberger (bambrzy)
genannt. Die grundlegende Voraussetzung für die Genehmigung ihres Aufenthalts
war das katholische Bekenntnis. Dieser Faktor war später dafür ausschlaggebend,
daß die Ankömmlinge sich polonisierten und rasch in der Gemeinschaft von Poznań
aufgingen.

Sie gaben sich bald als gute Landwirte, geschickte Organisatoren und mit der Zeit
auch als polnische Patrioten zu erkennen, die emotional mit der neuen Heimat ver-
bunden waren. Allmählich differenzierten sie auch ihre Interessen und Berufe; außer
mit Landwirtschaft beschäftigten sie sich mit Handwerk und Handel, engagierten
sich und gestalteten das kulturelle Leben mit.

Der charakteristischste Akzent, der die Bamberger von anderen unterscheidet, ist
die schöne Frauentracht, die heute lediglich zu festlichen Anlässen getragen wird
und im Prinzip eine Zusammenstellung von Elementen ist, die nur teilweise aus
Süddeutschland stammen. In Poznań sind viele Erinnerungsstücke der Ankömmlinge
überliefert, wie Häuser, Bauernhöfe, Wegkapellen. Eines der beliebtesten Denkmäler
der Stadt ist die Figur der Bamberka, die den Brunnen auf dem Altmarkt ziert. Jedes
Jahr am ersten Augustsonntag haben die Bamberger aus Poznań ihren Feiertag zum
Gedenken an ihre Ankunft in Wielkopolska, sie haben auch eine eigene Organisation:
die Gesellschaft der Bamberger von Poznań (Towarzystwo Bambrów Poznańskich)
sowie ein 2003 eröffnetes Museum in der Mostowa-Straße in Poznań.

Quelle: Wielkopolska Geschichte

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