Mahnmal für Opfer der Flucht in Laboe.

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Mahnmal für Opfer der Flucht in Laboe.

Beitragvon -sd- » 19.11.2021, 13:57

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Mahnmal für Opfer der Flucht in Laboe.

Bei Kriegsende liefen in die Kieler Förde eine große Anzahl Flüchtlings-
transportschiffe ein. Infolge der ungenügenden Verpflegung und nicht
ausreichender ärztlicher Versorgung traten auf jedem Schiff eine Anzahl
Todesfälle ein. Beim Erreichen der Küste wurden die Verstorbenen zur
Beerdigung an Land gegeben. Auch die See selbst brachte Tote heran;
wahrscheinlich stammten sie von den vernichteten Schiffen, oder es
waren Menschen, die in Küstennähe bei Fliegerangriffen über Bord
gesprungen waren, um schwimmend das rettende Ufer zu erreichen.

In Laboe ruhen auf dem Friedhof mehr als dreißig Opfer der Flucht.
Von etwa einem Drittel ist der Name nicht bekannt. Von denen, die
namentlich festgestellt werden konnten, sind auch nur in Ausnahmefällen
Angehörige ermittelt worden. Um diese Opfer der Flucht zu ehren, und
um zum anderen den hiesigen Heimatvertriebenen eine Zentralstelle für
ihr eigenes Totengedenken zu schaffen, entschloß sich der dortige Bund
der Heimatvertriebenen, ein Gemeinschaftsgrab mit sieben Unbekannten
in eigene Pflege zu übernehmen und es würdig herzurichten. Es wurde ein
Gedenkstein geschaffen, der die Inschrift trägt: Den Opfern der Flucht —
unseren Toten im Osten.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 18. Dezember 1954

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