Patronymische Namensgebung.

Woher stammt mein Name ?

Patronymische Namensgebung.

Beitragvon -sd- » 10.02.2022, 19:41

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Bei „Behrens“ handelt es sich um eine so genannte patronymische Namensgebung:
An den Rufnamen des Sohnes – zum Beispiel „Heinz“ – wurde der Vorname des Vaters
im Genitiv angehängt. Und „Bernhards“ oder „Bernds“ entwickelte sich mit der Zeit zu
„Behrens“ und ähnlichen Varianten.

Bleibt die Frage: Woher kommt der Vorname „Bernd“ ? Er ist eine Kurzform von „Bernhard“.
Dieser Name ist seit dem Mittelalter belegt. Er wird aus den mittelhochdeutschen Wörtern
für „Bär“ und „hart“ hergeleitet.

Gut zu erkennen ist das System der Namensgebung nach dem Vater bei heutigen Familien-
namen wie „Gerhard“ oder „Konrad“ oder „Steffens“. Benennungen nach der Mutter waren
sehr selten. Häufig spielten aber der Beruf („Schmidt“, „Müller“), der Wohnort („Feldmann“,
„Wiese“) oder der Wohnort eine Rolle („Eisenberg“). Auch körperliche Eigenheiten wurden
herausgegriffen („Weiß“ für einen blonden Mann, „Schwarz“ für einen dunkelhaarigen,
„Kurz“ für einen kleinen).

Wie kam es überhaupt zu Nachnamen ? Moden hatten den Schatz an Rufnamen bis zum
12. Jahrhundert stark verarmen lassen. Gleichzeitig wuchsen die Städte. Folge: Ein Name
allein reichte nicht mehr aus, um einen bestimmten Bewohner eindeutig anzusprechen.
In manchen ländlichen Regionen allerdings funktionierte das einnamige Modell noch bis
ins 17./18. Jahrhundert.

Spätestens dann aber begannen die Menschen, sich Beinamen anzuhängen: Der eine war
der „lange Hans“, der zweite der „Altenburger Hans“,
der dritte schließlich „Hans, der Schmied“.
Wichtig: Diese Beinamen waren zunächst nur an die jeweilige Person gebunden. Andere
Familienmitglieder hatten andere Beinamen.

Problem: Das System mit den Beinamen funktionierte nur, solange sich alle Beteiligten
persönlich kannten. Mit nur zwei oder drei Generationen Abstand aber war zum Beispiel
die Bedeutung amtlicher Dokumente kaum mehr nachzuvollziehen: Wer hat diese Steuern
gezahlt ? Welcher Familie gehört dieses Stück Land ?

Die Lösung dieses Problems war die Einführung von Familiennamen. Sie sind erstens amtlich
verbindlich, bestehen zweitens lebenslang und sind drittens vererblich. Einziger Nachteil:
Die Nachnamen haben nichts mehr mit den Eigenschaften ihrer aktuellen Träger zu tun,
sondern nur mit denen eines grauen Vorfahren: Der heutige „Hans Schmidt“ ist vielleicht
gar kein Schmied mehr, sondern Klavierbauer. Und Heinrich Behrens Vater heißt womöglich
Christian und nicht Bernd.

Rotenburger Rundschau


Eine stichprobenartige Untersuchung ergibt, daß der Name Behrens den Schwerpunkt
seiner Verbreitung im Nordwesten der Republik hat. So finden sich in Bremen 502 Einträge
im Telefonbuch, im fünfmal kleineren Oldenburg mit 154 relativ noch mehr.

Richtung Osten nimmt die Dichte ab. Hamburg – mehr als dreimal so groß wie Bremen –
weist nicht etwa 1.500 Einträge auf, sondern nur 638. Im größeren Berlin gibt es nur 233
entsprechende Einträge, in Rostock 37.

Auch Richtung Süden sinken die Zahlen. Gibt es im mit Bremen vergleichbaren Hannover
noch 190 Anschlüsse auf den Namen Behrens, sind es im etwas größeren Frankfurt nur 49
und in der Millionenstadt München lediglich 85.

Ein auffälliges Cluster gibt es im kleinen Scheeßel: 113 Einträge. Die Behrens-Dichte an
der Beeke ist damit mehr als 130mal höher als an der Isar und sechsmal so hoch wie an
der Hunte.

Die übrigen Gemeinden aus der Region fallen nicht aus dem nordwestlichen Rahmen.
In Rotenburg gibt es 20 Einträge, in Sittensen 20 und in Sottrum acht.

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