Kriegsgräberstätte Gronenfelde.

Suche nach Vermißten und Toten der Weltkriege.

Kriegsgräberstätte Gronenfelde.

Beitragvon -sd- » 17.11.2018, 19:34

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Ich möchte darauf hinweisen, daß heute in Frankfurt(Oder), im Ortsteil Klingeltal,
die Kriegsgräberstätte Gronenfelde eingeweiht wurde. Im Rahmen dieses Projekts
wurden die Totenlisten der Begrabenen in zwei Buchbänden zusammengefaßt und
können in der zugehörigen Heilandkapelle eingesehen werden. Diese Listen ent-
halten neben dem Namen Alter und Herkunft verstorbener Kriegsgefangener.

Das Kriegsgefangenenlager Gronenfelde entstand im Ersten Weltkrieg. Zeitweise
waren über 20.000 Kriegsgefangene v.a. der russischen Vielvölkerarmee interniert
(Frankfurt selbst zählte zu der Zeit etwa 60.000 Einwohner). Der Friedhof, der
heute neu eingeweiht wurde, bestand bis 1945 und wurde kurz vor Kriegsende
zerstört.

Interessant könnten diese Listen vor allem für die Genealogen sein, die auch in
osteuropäischen Ländern forschen, vor allem Rußland, Ukraine und Polen.

C. Flöhr

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Ergänzende Informationen von C. Flöhr:

Gronenfelde war auch Durchgangslager für Heimkehrer aus der Sowjetunion.
Diese Informationen sind allerdings NICHT in den vorliegenden Buchbänden (die
auf Deutsch und Russisch verfaßt sind) vorhanden. Diese beziehen sich nur auf die
Toten des Friedhofs, der 1915 für das Kriegsgefangenenlager angelegt wurde und
nur zur Bestattung ausländischer Kriegsgefangener diente.

Was ich noch nicht erwähnt habe: Anläßlich der Einweihung fiel auch die Bemer-
kung, daß die Daten wohl auch online verfügbar sind. Eine genaue Adresse wurde
nicht genannt. Und: Die Bücher enthalten auch Angaben zu den nächsten Verwand-
ten und natürlich Geburts- und Sterbedaten.

Nochmal zu den Heimkehrern: Ein anwesender Mitarbeiter der Gedenkstätte in
Frankfurt machte darauf aufmerksam, daß die Informationen zu den Heimkehrern,
die nach dem Zweiten Weltkrieg interniert wurden, entweder über die WAST oder
auch über die Stiftung Sächsische Gedenkstätten zu erfragen sind. So kann die
Stiftung u.a. Auskunft geben über Befragungen, die vor Ort durch den NKWD vor-
genommen wurden. Die Akten sind, wie er meinte, allerdings auf Russisch und die
Übersetzung teilweise nur rudimentär.

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Umsiedlerlager Gronenfelde.

Ergänzend noch mein Hinweis auf den Bestand Rep. 256 HKL Gronenfelde im
Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam
, worin sich umfangreiche
Namenslisten von im Lager Gronenfelde untergebrachten Umsiedlern aus der
Zeit von 1946 bis 1950 befinden.

http://recherche.im.blha.de/resultatliste.aspx

Stefan Rückling

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Kriegsgräber in Frankfurt(Oder).

Mit Kriegsbeginn wurde bei Gronenfelde ein Kriegsgefangenenlager eingerichtet.
Lagerkommandant war General von Trützschler-Falkenstein. Im Lager waren gefan-
gene Russen, Italiener, Engländer, Franzosen und Serben.

1916 waren fast 2.200 und im Jahr darauf schon mehr als 6.800 Kriegsgefangene
in Frankfurt. Sie wurden zu Arbeiten bei der schwierigen Bahnlinie bei Rosengarten
ebenso wie bei Simonsmühle und dem beginnenden Bau des Stadions in der Damm-
vorstadt eingesetzt. Auf dem Gelände des Lagers errichteten sie sich eine Holzkirche.
Diese Kirche verfiel nach Auflösung des Lagers 1919 und wurde Ende der 20er Jahre
wiederhergestellt und der Evangelischen Kirche (Heilandskapelle beim Eichenweg)
übereignet.

Am 18. Dezember 1918 kamen die ersten Truppen der Frankfurter Garnison zurück.
Für sie war der Krieg zu Ende. Zehn Tage später zog auch wieder das Leibgrenadier-
regiment in seine Kaserne in der Logenstraße ein. Für die Gefallenen wurden in den
folgenden Jahre Ehrenmale errichtet. Auf dem Hohenzollernplatz entstand 1924
das Denkmal vom Grenadier-Regiment Nr.12. Ein Jahre später wurde auf dem Anger
das Denkmal für das Leibgrenadierregiment errichtet. 1926 konnte auf dem Carthaus-
platz das Denkmal für die Gefallenen des Telegraphen-Bataillons Nr. 2 geweiht
werden.

Viele Frankfurter Familien hatten durch diesen Krieg den Verlust von Angehörigen
zu beklagen. Die Zahl der Einwohner war auf etwa 65.000 gesunken.

Quelle: Gerd Stowczynski http://kriegsgraeber.gstffo.de/

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