Heimatvertriebene immer noch in Lagern ...

Heimatvertriebene immer noch in Lagern ...

Beitragvon -sd- » 14.11.2018, 09:18

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Immer noch in Lagern ...

Nach Feststellungen des Statistischen Bundesamts befanden sich
am 1. Juli 1950 in Westdeutschland rund 356.000 Heimatvertriebene
in Lagern.

Niedersachsen will in diesem Jahre 10.000 Wohnungen für etwa
40.000 von den 130.000 in Niedersachsen noch in Baracken
lebenden Heimatvertriebenen und Flüchtlingen bauen. Im Rahmen
dieses sogenannten 'Lagerräumungsprogramms' sollen die Wohnungen
nur dort gebaut werden, wo die Gewähr für ausreichende Beschäftigung
besteht. – Im Oldenburger Lande gibt es immer noch 340 Vertriebenen-
Wohnlager, wovon 250 aus mehr als mehr als einer Baracke bestehen.
6.370 Familien mit rund 25.000 Menschen müssen ein Lagerleben
führen. 3.640 Haushaltungsvorstände davon sind arbeitslos.

Sein Hauptziel sei zunächst, sämtliche Heimatvertriebenen Bayerns,
die noch in Massenlagern leben müssen, im Rahmen eines sofort in
Angriff zu nehmenden Planes in ordentliche Wohnungen unterzubringen,
erklärte der neue Staatssekretär für das Flüchtlingswesen in Bayern,
Prof. Dr. Oberländer. In diesem Jahre sollen die ersten 80 der noch
bestehenden 246 Lager in Bayern aufgelöst werden. Das Gesamt-
programm der Wohnraumbeschaffung für Lagerinsassen wird drei
Jahre umfassen. Außerdem sollen 60.000 Heimatvertriebene aus den
Elendsgebieten Bayerns baldmöglichst in andere Bundeländer umge-
siedelt werden.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 20. Februar 1951

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275 deutsche Heimatvertriebenenlager gibt es in Bayern nach dem Stand
vom 9. November 1951. In ihnen leben 66.228 Insassen. Das bedeutet
nach den Erhebungen vom 01.01.1951, wo noch 321 Lager mit 76.533
Bewohnern gezählt wurden, eine Verminderung um 46 Lager, was ungefähr
einem Siebentel der ursprünglichen Lagerzahl von 321 entspricht. In diesen
46 Lagern lebten 10.305 Personen. Diese 46 Lager sind entweder aufgelöst
oder durch Ausbau zu Wohnungen umgewandelt worden. Unter diesen 46
Lagern befinden sich allein 24 Massenlager, die völlig aufgelöst werden
konnten.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 25. November 1951

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Eingliederung noch lange nicht erreicht.

22,5 Prozent aller Arbeitnehmer in Bayern sind Heimatvertriebene
(genaue Zahl: 645.940). Der Anteil der Heimatvertriebenen an der
Arbeitslosenzahl in Bayern dagegen beträgt 36,5 Prozent, wie aus der
letzten Statistik des Staatsministeriums für Arbeit und soziale Fürsorge
hervorgeht. Aus dieser Zahl wird deutlich, daß die Heimatvertriebenen
in weitaus größerem Maße der Gefahr ausgesetzt sind, ihre Arbeits-
plätze zu verlieren. Der Grund hierfür liegt vor allem in dem Einsatz
der Heimatvertriebenen bei Saisonarbeiten (Landwirtschaft, Bauge-
werbe usw.). Die Tatsache, daß 66.879 Heimatvertriebene — darunter
ein großer Teil aus akademischen Berufen — noch immer berufsfremd
eingesetzt sind, beweist, daß die Eingliederung noch lange nicht er-
reicht ist.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 25. November 1951

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In Nordrhein-Westfalen bestehen noch 187 Vertriebenen-Lager mit
10.749 Insassen. Davon sind 4.903 in Wohnlagern, 2.855 in Massenlagern
und 2.991 in Auffanglagern untergebracht. Von den Vertriebenen in
Nordrhein-Westfalen leben also zu Beginn des Jahres 1952 immer noch
viele in Lagern.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT,15. Januar 1952

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255 Vertriebenenlager in Bayern.

Nach dem Stand vom 1. Januar 1952 unterstehen der Bayerischen Ver-
triebenenverwaltung 255 Vertriebenenlager. Sie gliedern sich in 48 Massen-
lager, 96 Behelfswohnlager, 98 Wohnlager und 13 Siedlungen. Die Gesamt-
zahl ihrer Insassen beläuft sich auf 62.591.
In den weiterhin der Vertriebenenverwaltung unterstellten 26 Ausländer-
lagern leben 21.419 heimatlose Ausländer. Im Jahre 1951 sind 57 Lager,
und zwar vorwiegend Massenlager, aufgelöst worden.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 15. Februar 1952

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Rund 400.000 Menschen leben immer noch in 3.000 Lagern der Bundes-
republik und Westberlin. Eine Bonner Statistik weist darauf hin, daß von
den Lagerinsassen 50 Prozent Vertriebene und 28 Prozent Sowjetzonen-
Flüchtlinge sind. Der Rest besteht aus Ausländern und Staatenlosen.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 29. September 1956

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