Flucht von Gelehrten aus der Sowjetzone dauert an.

Informationen im Zusammenhang mit der ehemaligen 'Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)' und späteren DDR.

Flucht von Gelehrten aus der Sowjetzone dauert an.

Beitragvon -sd- » 25.08.2018, 19:30

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Die Flucht von Gelehrten aus der Sowjetzone dauert an.

Als jetzt der Leipziger Kunstgeschichtler Professor Ladendorf, Direktor des
dortigen Kunsthistorischen Instituts, in Berlin um Notaufnahme bat, waren
seit Anfang Januar bereits mehr als dreißig Professoren, Dozenten und
wissenschaftliche Assistenten in die Bundesrepublik geflüchtet.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 29. März 1958

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Die Flucht von Wissenschaftlern aus der Sowjetzone dauert weiter an.
Innerhalb von drei Tagen flüchteten allein sieben Universitätslehrer nach
West-Berlin. Das Ulbricht-Regime setzt die Maßregelung von Universitäts-
professoren in Ost-Berlin und in der Zone fort.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 12. April 1958

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Die Flucht der Wissenschaftler.

In der Berlin-Beilage des Monats März berichteten wir über die SED-Hoch-
schulkonferenz unter dem Titel „Ende der freien Lehre und der freien
Forschung". Unter dem Druck der Beschlüsse jener Konferenz sehen viele
Wissenschaftler der Sowjetzone keinen anderen Ausweg mehr als die
Flucht in den Westen.

Flohen im ganzen Jahr 1957 insgesamt zwanzig Wissenschaftler, so sind
es in diesem Jahr bereits jetzt fünfundfünfzig, die ihre Lehrstühle, be-
achtliche Gehälter und alle Intelligenz-Privilegien aufgaben, ins Unge-
wisse gingen und lieber von vorn anfangen, als sich vom Politbüro der
SED vorschreiben zu lassen, was sie erforschen sollen und wie. Bisher
sind es zehn Professoren, dreizehn Dozenten, dreiunddreißig Oberassi-
stenten und Assistenten und diese Zahlen wachsen von Woche zu Woche.
Man kommt aus Berlin, Rostock, Leipzig, Greifswald, von Universitäten,
Ingenieurschulen, Pädagogischen Hochschulen, Medizinischen Akademien,
aus allen Fakultäten, bemerkenswerterweise auch von der Fakultät, die
allein und ausschließlich der Propagierung des Bolschewismus dient, der
gesellschaftswissenschaftlichen, wie zum Beispiel Professor Herneck,
der nachträglich als "Verbreiter von Irrlehren" gebrandmarkt wurde.

Es floh aber auch der Leiter der Abteilung angewandte Pilzkunde des
Instituts für Gartenbau der Leipziger Universität, es floh vom Institut
für Pflanzenzüchtung Bernburg der Akademie für Landwirtschafts-
wissenschaften der Maisspezialist der Sowjetzone, Buss, der noch im
August vergangenen Jahres mit Chruschtschow über den Segen des
Maisanbaus am Mikrofon und im Scheinwerferlicht der Fernsehkamera
sprach.

Der SED-Sekretär der Parteiorganisation an der Ost-Berliner Humboldt-
Universität meldete Ende März, es sei gelungen, "feindliche Zentren
zu liquidieren". Doch noch immer trieben "verschworene Feinde gegen
den Sozialistischen Aufbau ihr Unwesen".

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 26. April 1958

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Flucht geistig Schaffender aus der sowjetisch besetzten Zone

Beitragvon -sd- » 22.11.2018, 21:31

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Flucht geistig Schaffender aus der sowjetisch besetzten Zone.

Die Flucht der geistig schaffenden Kreise aus der sowjetisch besetzten Zone
nimmt immer größere Ausmaße an. In den ersten vier Monaten dieses Jahres
sind bereits über vierhundert Ärzte aus Mitteldeutschland in die Bundes-
republik geflüchtet. Bei den Lehrern lag die Zahl noch erheblich höher.
Monatlich kommen jetzt ungefähr dreihundert Lehrkräfte aus der Zone nach
Westdeutschland.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 14. Juni 1958

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