Was war ein 'Amtsvogt' ?

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Was war ein 'Amtsvogt' ?

Beitragvon -sd- » 25.04.2018, 07:54

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Klaus-Dieter Schulze fragte:
Mein Vorfahr Peter GIESE war in der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts
nach Überlieferung in der Familie Amtsvogt in Fehrbellin. War der
Amtsvogt etwas ähnliches wie der Lehnschulze auf dem Lande ?


--

Vielleicht hilft (oder verwirrt) der "Adelung" (1811):
http://lexika.digitale-sammlungen.de/ad ... 1_3_1_1924

Der Amtsvogt
| [...]
|
| 1) So wie Amtsverwalter und Amtsverweser, der die Stelle eines
| adeligen Amtmannes vertritt.
| Ingleichen ein Beamter eines Unteramtes, oder einer kleinen Gegend.
| [...]
|
| 2) Der Gerichtshalter in einem Amte. Dergleichen Amtsvögte gibt
| es in Sachsen, in denjenigen Ämtern, welche aus ehemahligen
| Klostergütern entstanden sind, wo die Amtsvögte an die Stelle der
| ehemahligen Klostervögte getreten sind.
|
| 3) In manchen Gegenden ist der Amtsvogt ein bloßer Gerichtsdiener
| des Amtmannes, wie Amtsdiener und Amtsfrohn.
|
| 4) An noch andern ist er Vogt, d. i. Vormund, der Gemeinen und
| ihrer Unmündigen in einem Amte. |

Bernd Niemann, Bamberg

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Ja, sicher bin ich damit einverstanden.

Quelle ist:
'Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart'
von Johann Christoph Adelung.
Digitalisat: Bayerische Staatsbibliothek.

Besten Gruß aus Bamberg, Bernd
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