(Kennzeichnende) Lieder vom Krieg.

(Kennzeichnende) Lieder vom Krieg.

Beitragvon -sd- » 29.08.2017, 20:19

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Die Lu, die Lie, die Rosmarie.

Mit Fahnen jedes Haus geschmückt
und Mädchen im Spalier.
So sind wir in die Stadt gerückt,
und ihr, ihr winktet mir.
Ich hab' euch tief ins Aug' geblickt,
ihr habt mir freundlich zugenickt:
zuerst die Lu, danach die Lie
und dann die Rosmarie.

Ich küßte euch beim Stelldichein
das sonntags nach der Reih'.
Ich wollte keiner untreu sein
und liebt' euch alle drei.
Und als ich endlich fortgemußt,
zog ich zum Abschied an die Brust
zuerst die Lu, danach die Lie
und dann die Rosmarie.

Und bleib' ich draußen vor dem Feind,
weil mich die Kugel traf,
dann weiß ich, daß ihr um mich weint
zur Nacht in Traum und Schlaf.
Doch eh' ein ganzes Jahr verrann,
lacht ihr vielleicht schon and're an:
zuerst die Lu, danach die Lie
und dann die Rosmarie.

Doch zieh'n wir wieder ins Quartier
und ist der Krieg vorbei,
dann steh'n die Mädel im Spalier
und vorn am Tor ihr drei.
Und eine wird dann meine Frau;
doch welche, weiß ich nicht genau:
vielleicht die Lu, vielleicht die Lie,
vielleicht die Rosmarie.

Walter Schaefer

Quelle: 'Zwischen Front und Heimat.'
Gesammelt von Ernst Günter Dickmann.
Zentralverlag der NSDAP. Berlin 1942.

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An meinen Sohn.

Mein Sohn, du bist Soldat wie ich,
Soldat im deutschen Heere,
Der Feind greift an, nun wehre dich,
Schuß gegen Schuß, Stich gegen Stich:
An die Gewehre !

Mein Sohn, ich war vier Jahr' Soldat,
Soldat im deutschen Heere,
Soldat sein, das heißt Kamerad,
Aus Blut und Feuer blüht die Tat:
An die Gewehre !

Mein Sohn, es steht die Welt in Brand,
Der Sieg krönt unsre Heere,
Es geht um Volk und Vaterland,
Um Deutschlands ewigen Bestand:
An die Gewehre !

Max Barthel

Quelle: 'Zwischen Front und Heimat.'
Gesammelt von Ernst Günter Dickmann.
Zentralverlag der NSDAP. Berlin 1942.

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Im Lazarett.

Nun liege ich in einer kleinen Stadt,
Umsorgt von leisen, hoffnungsfrohen Schwestern.
Und auf mein Bett fällt still ein Rosenblatt
Und deckt mit seinem Schimmer alles Gestern.

Nur in den Nächten, wenn ich überwach
Noch einmal fiebernd gegen Ost marschiere,
Dann jagt mein Herz den Kameraden nach,
daß ich sie nicht im Dunkel rings verliere -,

Denn Kreuze rechts und links am Wegesrand -
Ich kann an ihnen nicht vorübergehen -
Euch Toten all in Rußlands Staub und Sand
Soll einst die Fahne unseres Sieges wehen ! -
Die Nacht vergeht. Der Tag steigt übersonnt -
Ach, wär' ich erst gesund und wieder an der Front ! -

Wolfgang Jünemann

Quelle: 'Zwischen Front und Heimat.'
Gesammelt von Ernst Günter Dickmann.
Zentralverlag der NSDAP. Berlin 1942.

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Erntezeit.

Das Korn ist so tief golden
und schwer der Halme Frucht,
hin über ferne Hügel
das Herz die Heimat sucht.

Dort auch die Sensen klingen
hell durch den Morgen schon,
und aus der Mähder Singen
steigt groß der Ernte Ton.

In meines Volkes Ernte
die Sonne bricht herein,
jetzt wird das Korn geborgen,
für immer soll es sein !

Hannes Schmalfuß

Quelle: 'Zwischen Front und Heimat.'
Gesammelt von Ernst Günter Dickmann.
Zentralverlag der NSDAP. Berlin 1942.

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Gebot der Stunde.

Kleine Wünsche, die wir haben,
müssen wir in dieser Zeit,
ohne Klagen still begraben;
das erspart uns manches Leid.

Kleine Sorgen, die uns drücken,
wiegen nicht in dieser Zeit;
wollen wir uns selbst beglücken,
üben wir Enthaltsamkeit.

Kleine Opfer, die wir bringen,
helfen mit in dieser Zeit -
unserm Volke zu erringen,
Frieden - Brot - Gerechtigkeit.

Helmut Gores

Quelle: 'Zwischen Front und Heimat.'
Gesammelt von Ernst Günter Dickmann.
Zentralverlag der NSDAP. Berlin 1942.

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Soldatengebet.

Herrgott, mit Worten sind wir karg.
Hör gnädig unser Beten nun:
Mach uns die Seelen hart und stark.
Das andre wolln wir selber tun.

Behüt daheim die stille Frau,
Wenn sie in dunkler Nacht sich härmt.
Entzünd den Stern im hohen Blau,
Daß ihr sein Trost das Herz erwärmt.

Behüt den Führer und das Land.
Die Kinder laß in Frieden ruhn.
Wir geben sie in deine Hand.
Das andre wolln wir selber tun.

Quelle:
Gerhard Schumann 'Die Lieder vom Krieg.' 1941.
Albert Langen -Georg Müller Verlag, München.

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Meiner Frau aus dem Felde.

Wenn alles brennt und wankt und stürzt und fällt,
Fühl ich das Feste im Gewirr der Welt.

Wenn ich am bröckelnden Abgrund schaudernd stand,
Ergriff mich leise deine liebe Hand.

Wollt ich verzweifeln an der Erde Lauf,
Ging mir dein Lächeln wie ein Himmel auf.

Lag ich von Menschen wund, zergrämt, zerwacht,
Du schlugst um mich den Mantel deiner Nacht.

Mein Herz, in jede Not und Qual verirrt,
Still hat es stets dein Stern nach Haus geführt.

Quelle:
Gerhard Schumann 'Die Lieder vom Krieg.' 1941.
Albert Langen -Georg Müller Verlag, München.

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Weihnacht an der französischen Küste.

Nun denken alle Herzen heim.
Wir singen den vertrauten Reim.

Die harten Männer werden weich.
Im Heimweh sind wir reich und gleich.

Wir zünden Licht um Licht am Baum.
Und sind nicht mehr allein im Raum.

Hat dich der Mutter Hand berührt ?
Hast Du des Vaters Gruß gespürt ?

Der Kinder strahlend Glück erspäht ?
Gehört der Liebsten stumm Gebet ?

Sie kommen bis ans fremde Meer
wie goldne Sterne zu uns her.

Daß sie im Frieden mögen ruhn
Gehst du und ich auf Posten nun.

Quelle:
Gerhard Schumann 'Die Lieder vom Krieg.' 1941.
Albert Langen -Georg Müller Verlag, München.

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Ich soll dich grüßen, mein junger Kanonier.

Beitragvon -sd- » 01.09.2017, 09:59

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Ich soll dich grüßen, mein junger Kanonier.

Ein Walzerlied. Musik: Gerhard Jussenhoven.
Text: Willi Kneip und Bruno Balz.


Unsre Jungen zogen fort zum Militär,
unsre Herzen flogen ihnen hinterher !
Und wie wir euch lieben, innig, treu und tief,
das wird euch täglich geschrieben, das sagt jeder Brief.

Und im Bunker halten Kanoniere Wacht,
jeder denkt an etwas, das ihn glücklich macht.
Plötzlich werden alle Ohren aufgesperrt;
denn eine zärtliche Stimme singt im Wunschkonzert.

Wenn du in der Ferne einmal einsam bist,
zeigen dir die Sterne, wo die Heimat ist.
Und zur selben Stunde seh' den Stern auch ich,
könnte er dir etwas sagen, spräch' er sicherlich:

Kehrreim:
Ich soll dich grüßen, mein junger Kanonier,
von deinem Mütterlein, das sich so sehnt nach dir !
Von deiner schönen Heimatstadt am Rhein,
von deines Nachbars blondem Töchterlein !

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Quelle: 'Spiel mir das Lied von Glück und Treu'.
Die neuesten Schlager- und Liedertexte.
Dreiklang - Drei Masken, Bühnen- und Musikverlag.
Berlin. 1939.
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