Was sind Hauländereien ?

Was sind Hauländereien ?

Was sind Hauländereien ?

Beitragvon -sd- » 13.07.2009, 08:30

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Mary Ann Mercer wrote: > And what does the word “Hauland” mean …

Eine besonders wichtige Rolle spielten auch im Kreis Obornik seit der
zweiten Siedlungswelle im 17. Jahrhundert die sogenannten Holländereien,
später Hauländereien genannt. Im gesamten Posener Land gab es deren
etwa 1.800, davon allein im Westen gegen 1.000. Mit diesem Ehrentitel
wurden deutsche Siedlungsdörfer bezeichnet, die auf Veranlassung
polnischer Grundherren gegründet wurden. In freiwilligem Übereinkommen
und in friedlichem Einvernehmen wurden die durch besondere Werbe-
aktionen der Polen ins Land gerufenen deutschen Siedler in ihre zu
errichtenden Bauerndörfer eingewiesen.

Es ist geschichtlich sehr wichtig, festzustellen, daß die deutschen Siedler
unter dem Versprechen besonderer Vorrechte ins Land gerufen wurden
und zwar Jahrhunderte hindurch immer wieder und wieder. Es war eine
ausgesprochene siedlerisch-kulturelle Aufgabe, deren Lösung man von
den deutschen Bauern erwartete. Mit großer Zuvorkommenheit sprechen
die polnischen Grundherren in den ausgefertigten Privilegien immer wieder
von den “ehrengeachteten Holländern“.

Die große Siedlungswelle der Holländer ging zunächst von der Niederelbe
über den Fläming bis zur Weichselniederung. Dann setzte sie sich über
die “Porta prussica“ an der Weichsel bei Fordon in der Gegend von
Graudenz, Schwetz, Kulm und Thorn fort, um schließlich bei Schulitz im
Jahre 1594 das Posener Land zu erreichen. Insbesondere wurden die
breiten Täler der Weichsel, Netze, Warthe und Obra und die kujawische
Seenplatte besiedelt, ferner die waldigen Sumpfgebiete im Westen des
Posener Landes, wozu insbesondere Obornik auch gehörte. Schließlich
sind zu erwähnen die Waldgebiete von Wollstein und Neutomischel, die
Urwälder und Ödländereien nördlich von Posen, im Kalischer Land und
im Gostyniner Gebiet.

In der näheren und weiteren Umgebung von Obornik entstanden u.a.
folgende Hauländereien: Jaratsch-Hauland, Slonawy-Hauland, Ludom-
Hauland, Trocken-Hauland, Briesen-Hauland, Wischin-Hauland, Groß-
Hauland, Goldgräber-Hauland, Schwarz-Hauland, Kaminsker-Hauland,
Hütten-Hauland, Holländerdorf usw.

Schon die Lage dieser Hauländereien inmitten oder am Rande ausge-
dehnter Kiefernwälder weist darauf hin, daß es sich hier um die Urbar-
machung ausgeprochener Urwaldzonen handelte.

Die deutschen Siedler haben den eingesessenen polnischen Bauern, die
meist auf den guten, lehmhaltigen Böden saßen, kein Land fortgenommen,
sondern sie haben als echte Kulturpioniere und Rodungsbauern bisher
siedlungsuntaugliches Ödland erschlossen.

Die ursprünglich holländischen Siedler haben sich in diesen Holländereien
ein bleibendes Denkmal gesetzt. Ihnen schlossen sich bald auch deutsche
Bauern aus der Neumark, Pommern und Schlesien an.

Quelle:
'Obornik – Eine königliche Stadt an der Warthe.
Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Obornik.'

Von Wilhelm Reinhold Brauer. 108 Seiten. 1960.

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Actually, in the friesian language the word "Hau" meant Heu or hay. As we
all know, the word HAUBARGE was derived from Heu and Bergen, which
translated means Hay and shelter. And was named that way because of the
huge buildings that stored cattle and hay and looked like a huge heap of hay
from the distance. Hauland would then translate to hay land.

Now to the translation of the description:

Since the 17th century, the second settlement wave from the Netherlands,
the so-called "Hollaendereien" later called Haulandereien, also involving
the area of Obernik, played an important role. In the entire country of Posen
were about 1800, and alone in the western part 1000 of them. The German
settlements, requested by the polish lordship received this honorable name.
The Germans were invited by the Poles in voluntary and peaceful agreement
to settle into villages, built by the Germans. It is historically very important
to mention that the Germans were called in the country with special rights
throughout several centuries, again and again. There was an cultural
expectation from the German farmers by their Polish lords. The polish lords
mentioned the privileges given to the honorable Dutch again and again.

The great movement of the settlement began from the lower Elbe river
to the Weichsel, and then carried on across the “Porta prussica“ at the
Weichsel near Fordon in the area of Graudenz, Schwetz, Kulm and Thorn
to finally reach Schulitz in 1594 and with it, the Polish country. Especially,
the wide valleys of the Weichsel, Netze, Warthe, and Obra as well as the
kujawian land of lakes was settled, and later the swampy areas in the
western part of the land of Posen, to which Obernik belonged. Finally,
to mention are the forested land of Wollstein and Neutomischel, the
virgin forests and empty land north of Posen, in the Kalician land and
Gostynin area

Near Obornik following "Haulaendereinen" developed:
Jaratsch-Hauland, Slonawy-Hauland, Ludom-Hauland, Trocken-Hauland,
Briesen-Hauland, Wischin-Hauland, Groß-Hauland, Goldgräber-Hauland,
Schwarz-Hauland, Kaminsker-Hauland, Hütten-Hauland, Holländerdorf
usw.

The location of these "Haulaendereien" in the midst or at the edge of huge
pine forests shows that they were very adapt at developing virgin forests
into usable farm land.

The German farmers never took any land from the Polish farmers, who
had their settlements on the good, clay type land but instead developed
their farm land from the "unusable" forest portions of the country, like
true pioneers.

The original Dutch settlers have designed their own memorial through
their "Hollaendereien", and were soon followed by German farmers from
the Neumark, Pommerania, and Silesia.

Source:
'Obornik – Eine königliche Stadt an der Warthe.
Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Obornik.'
Von Wilhelm Reinhold Brauer. 108 Seiten. 1960.

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