Drescher / Scheunendrescher.

Einige Berufsgruppen und deren Arbeitsbedingungen
u.a. Eisenbahner, Postbedienstete, Lehrer/innen, Förster, Müller, 'Unstete Berufe'.
Biographien deutscher Parlamentarier 1848 bis heute.

Drescher / Scheunendrescher.

Beitragvon -sd- » 25.05.2020, 19:50

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Dieter Begehr gab uns einen weiterführenden Hinweis
zum Begriff Drescher / Scheunendrescher:
https://www.geschichtsforum.de/thema/be ... her.31856/

*Drescher*:
Drescher sind Spezialarbeitskräfte, die an einen Gutshof gebunden
sind und anfangs saisonbedingt arbeiten, später immer mehr Tage-
löhnerstatus besitzen. Von etwa Pfingsten bis nach der Ernte arbeiten
die Drescher dann als Feldarbeitskräfte und die gesamte übrige Zeit
sind sie als Scheunendrescher beschäftigt.

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Mir fiel in dem Zusammenhang sofort die gängige Redewendung
"Er ißt wie ein Scheunendrescher !" ein. Siehe auch
https://www.medienwerkstatt-online.de/l ... 698&edit=0

Gruß ! Dieter Sommerfeld

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Moin,

da Greif ich doch mal zu dem guten alten Röhrich 'Lexikon der
sprichwörtlichen Redensarten' aus dem Herder Verlag:

Scheunendrescher. Essen (fressen) wie ein Scheunendrescher: Über-
mäßig viel essen, großen Appetit haben. Der rdal. Vergleich ist schon
bei Thomas Murner (1475-1537) bezeugt; Ähnl. heißt es altmärkisch:
"Sin Moag'n is'n Schündäl" (Scheunendiele).

Die Scheunendrescher mußten schwere körperliche Arbeit verrichten,
die gleichzeitig viel Staub erzeugte und entsprechend durstig und
hungrig machte. So wurden die Scheunendrescher wegen ihrer unge-
wöhnlichen großen Eß- und Trinklust sprichwörtlich bekannt. Auch
Grimmelshausens Simplex berichtet von sich selbst ("Simplicisimus" IV,8):
"Ich mochte fressen wie ein Drescher, dan mein Magen war nicht zu er-
sättigen". Obersächsisch sagt man dafür auch: "Fressen wie e Scheffel-
drescher". Scheffeldrescher waren gemietete Leute, die um den droschen,
d.h. in einer Art Akkord arbeiten.

Ein ahnl. radl. Vergleich, der vom gleichen Ursprung abzuleiten ist
lautet: "hungrig sein wie ein Scheunendrescher"

Christian Schulze

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