Brief- / Personen-Beförderung. Fahrtdauer und Kosten.

Unter anderem: Das Eisenbahnnetz in Mitteleuropa.

Brief- / Personen-Beförderung. Fahrtdauer und Kosten.

Beitragvon -sd- » 12.12.2020, 17:54

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Brief- / Personen-Beförderung. Fahrtdauer und Kosten.

Von Reit-, Fahr- und Karriolposten.

Eine Art Briefzensur gab es bereits zur Ordensritterzeit. So durften nach
der Ordensregel die Kreuzritter weder Briefe absenden noch empfangen,
die nicht der Ordensmeister vorher gelesen hatte.

Nach der amtlichen Taxe vom 1. Januar 1699 kostete die Beförderung eines
Briefes von Memel nach Berlin sieben gute Groschen, von Memel nach
Königsberg zwei gute Groschen drei Pfennig. Die Gebühren für eine Geld-
sendung von einhundert Talern betrugen für die Strecke Memel - Berlin
einen Taler zwanzig gute Groschen und nach Königsberg einen Taler.

1830 war in Tilsit nur ein Briefkasten vorhanden und zwar auf der alten Post
in der Hohen Straße (gegenüber dem Geburtshaus Max von Schenkendorfs).
Im selben Jahre kamen auch die jetzt gebräuchlichen Briefumschläge in Mode.

Als 1831 in Ostpreußen die aus Rußland eingeschleppte Cholera besonders
stark wütete, griff auch die Postbehörde zu strengen Schutzmaßnahmen. So
wurden beispielsweise auf der Post in Memel alle ankommenden Briefe mehr-
mals durchstochen und geräuchert. In Tilsit verfuhr man daraufhin ebenso.

Anno 1717 verkehrte zwischen Tilsit und Memel wöchentlich eine Reitpost
und 1718 schon eine Fahrpost. Aber bereits 1830 gingen von Tilsit wöchent-
lich je eine Fahrpost nach Memel und Königsberg, vier Reitposten nach Memel,
Königsberg, Ragnit und Ruß bzw. Georgenburg und vier Karriolposten nach
Gumbinnen, Kaukehmen, Heinrichswalde und Schmalleningken. 1845 war
jedoch schon täglich eine Fahrpost nach Memel unterwegs (welch ein Fort-
schritt, sagten stolz die Tilsiter Bürger).

Ab 1. Oktober 1858 verkehrte täglich eine Personenpost von Tilsit nach
Insterburg. Fahrtdauer vier Stunden, 35 Minuten, Fahrpreis 6 Silbergroschen
je Meile. Aber im folgenden Jahre gingen von Tilsit bereits achtundzwanzig
Personenposten nach verschiedene Orte der Provinz ab.

Quelle: OSTPREUSSEN-WARTE, Januar 1957

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