Um 1900 aus den Masuren in das Ruhrgebiet .

Unter anderem: Das Eisenbahnnetz in Mitteleuropa.

Um 1900 aus den Masuren in das Ruhrgebiet .

Beitragvon -sd- » 18.08.2019, 21:17

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Denis Landmann fragte:

Wie ist man um 1900 aus den Masuren in das Ruhrgebiet gereist ?
Wie lange hatte diese Reise gedauert ?
Benötigte man für diese "Auswanderung" eine Genehmigung ?

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Dietrich Klein antwortete:

Um 1900 gab es schon seit ca. 1870 die durchgehende Eisenbahn
von Ostpreußen nach Berlin und von dort ins Ruhrgebiet. Mit der
Bahn ist man wohl in den allermeisten Fällen auch gereist. Je
nachdem, wo man wohnte, ist man bis zum nächsten Bahnhof einer
Kleinbahn zu Fuß gelaufen, vielleicht mit einem Bollerwagen,
oder auch mit einem Pferdewagen gebracht worden. Wenn man auf
der Hauptstrecke, Ostbahn genannt (Berlin - Königsberg), war,
ging es schneller. Ein durchgehender Zug schaffte die Strecke
ca. in 8 - 10 Stunden, etwa von Allenstein. Wenn wir dann noch
das Umsteigen in Berlin mit einrechnen und bis Essen etwa 550 km
schätzen, macht das nochmal 7 - 8 Stunden. Alles in allem kommt
man so auf mindestens 16 Stunden Reisedauer ohne Verspätung.
Das ist alles nur geschätzt.

Da die Auswanderung eine Binnenwanderung war, wird außer der
Abmeldung auf dem Gemeindebüro und dem Arbeitgeber keine weitere
Formalität zu beachten gewesen sein. Es war ja nicht nur ein Staat,
sondern sogar ein Bundesstaat (Preußen), in dem man sich innerhalb
der 1100 km langen Reise bewegte.

Dietrich Klein

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