Soldatenfriedhöfe 1957.

Soldatenfriedhöfe 1957.

Beitragvon -sd- » 26.02.2020, 11:48

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Nach den Berichten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge finden
sich mehr und mehr polnische Dienststellen bereit, über den Zustand deutscher
Soldatenfriedhöfe und Einzelgräber Auskunft zu geben. Aus Polen trafen in den
vergangenen Monaten zahlreiche Briefe ein, in denen über deutsche Kriegsgräber
berichtet wird.

Viele in den polnisch verwalteten Gebieten liegende deutsche Friedhöfe sind
verwahrlost. Auf dem Soldatenfriedhof 'Silberhammer in Danzig-Langfuhr'
liegen nach Angaben des Friedhofsgärtners 10.600 Tote. Die Hälfte der Grab-
kreuze etwa hat den Witterungseinflüssen standgehalten. In den Dünen von
Neufahrwasser sollen die aus der 'Wilhelm Gustloff' geborgenen Leichen in
Massengräbern beigesetzt sein. Das Schiff wurde noch nicht gehoben. Auf dem
Friedhof in Zoppot-Marienthal sind die Soldatengräber stark verwildert. Die
Grabstätten tragen Aluminiumkreuze mit eingeprägten Nummern, vermutlich
Grabnummern. In Hohenstein in Ostpreußen ruhen auf dem Friedhof zahlreiche
Soldaten, deren Namen unbekannt sind. Eine Liste der dort Beerdigten gibt es
nicht. In Strehlen, Niederschlesien, wurden deutsche Soldaten auf dem evan-
gelischen Friedhof begraben. Ihre Gräber sind gut erhalten und mit Kreuzen
versehen. Sie werden von der Bevölkerung gepflegt. Einzelgräber befinden sich
auch auf dem katholischen Friedhof. Sie werden von der Schuljugend in Ordnung
gehalten. In Teschen ruhen etwa 500 deutsche Gefallene auf dem Kommunal-
friedhof. Der größte Teil der Gräber ist vernachlässigt und von Gras überwuchert.
Sie tragen keine Kreuze und sind nicht eingefriedet. In Gumma befindet sich der
Soldatenfriedhof in gutem Zustand. In Auschwitz wurden auf dem Friedhof etwa
75 deutsche Soldaten beigesetzt. Die örtlichen Stellen besitzen jedoch weder
Papiere noch Erkennungsmarken, die über Namen und Herkunft Aufschluß geben
könnten. In Tunkirch bei Ratibor wurden alle deutschen Soldaten, die 1945 dort
gefallen sind, zunächst in einem Waldstück beerdigt. Später wurden sie in einem
Sammelgrab auf dem katholischen Friedhof beigesetzt. Dieses Grab ist mit einem
Birkenkreuz versehen und wird betreut.

Es ist zu hoffen, daß mit Hilfe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge
viele Soldaten, die in Polen begraben sind, identifiziert werden können, zumal
mit der Unterstützung der polnischen Dienststellen zu rechnen sein dürfte.

Quelle: OSTPREUSSEN-WARTE, Mai 1957

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