Helden ohne Heimat. Kriegsheimkehrer nach 1945.

Helden ohne Heimat. Kriegsheimkehrer nach 1945.

Beitragvon -sd- » 03.02.2019, 20:49

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So, 21. Nov · 22:35-23:25 · arte
Helden ohne Heimat
Dokumentation

Kurzbeschreibung:
Kriegsheimkehrer nach 1945 - Dokumentation Deutschland 2010
Thema: 'Trauma Krieg'. Regie: Heike Römer-Menschel.

Die langersehnte Rückkehr in die Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg brachte
für viele deutsche Soldaten nicht das ersehnte Glück. Die Welt zahlreicher
Kriegsheimkehrer und ihrer Familien geriet komplett aus den Fugen.

Als Heinz Höchner 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrt, ist
seine Frau Elisabeth schwanger von einem anderen. Kennengelernt hatten sich
die beiden am Rande eines Truppenübungsplatzes und geheiratet, obwohl sie
sich kaum kannten - eine typische Kriegshochzeit. Heinz Höchner ist furchtbar
enttäuscht und läßt sich wenig später scheiden.

Verglichen mit 1939 steigt die Scheidungsrate nach dem Zweiten Weltkrieg
auf das Dreifache an. Männer und Frauen haben sich jahrelang nicht gesehen,
das klassische Rollenverhältnis ist aus den Fugen geraten. Die Frauen sind es
gewohnt, allein zurechtzukommen, das Geld zu verdienen, die Kinder zu
erziehen. Die Männer sind körperlich und seelisch zerstört, finden oft keine
Arbeit. Die meisten von ihnen haben bis dahin mehr Erwachsenenjahre in
Krieg und Gefangenschaft verbracht als im zivilen Leben.

Zehn Millionen ehemalige Wehrmachtssoldaten kommen bis 1956 aus der
Gefangenschaft zurück. Die ersehnte Heimkehr wird nicht selten zum Fiasko.
Wie die Männer in der fremd gewordenen Heimat zurechtkamen, ob und wie
sie in Beruf und Familien zurückfanden, ist eine wenig beleuchtete Thematik.
Die Rückkehr der Männer in die Gesellschaft ist ein großes europäisches Nach-
kriegsthema, um das zwischen den Siegermächten bald eine Propaganda-
schlacht entbrennt. Während man die Heimkehrer im Westen euphorisch
begrüßt, steht der Osten vor allem den Spätheimkehrern mißtrauisch gegen-
über. So spiegelt sich in den persönlichen Geschichten der Heimgekehrten
auch die politische Entwicklung im Nachkriegseuropa wider.

Die Dokumentation läßt Kriegsheimkehrer, deren Frauen und Kinder zu Wort
kommen. Sie erinnern sich an die Monate und Jahre nach dem großen Wieder-
sehen. Einige von ihnen sprechen zum ersten Mal über teilweise schmerzliche
Enttäuschungen und glückliche Fügungen.

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