Familien wurden regelrecht ausgelöscht.

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Beitragvon -sd- » 20.08.2019, 21:12

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Im schmerzlichen Gedenken zum zwölfjährigen Todestage. Unter brutaler
Gewalt russischer Soldaten, bei dem zwangsweisen Verlassen unserer
geliebten Heimat, wurde am Spätabend des 25. Januar 1945, mein edler
gütiger Mann und treuer Lebenskamerad, der Bauer Emil Winter, im 48.
Lebensjahre, unmittelbar an meiner Seite erschossen. Im gleichen Augen-
blicke hauchte an seines Vaters Seite unter den Kugeln der gleichen
Mörder auch mein einziges Kind, mein geliebter Junge, der Schüler
Ulrich Winter, fünf Tage vor seinem sechzehnten Geburtstage, sein
blühendes Leben aus. Beide ruhen in einem Massengrab, gemeinsam mit
Freunden und Nachbarn, auf dem Dorffriedhof in Bieberswalde bei
Osterode, Ostpreußen. Ich selbst blieb durch ein Wunder mit fünfzehn
schweren Schußverletzungen am Leben. Drei Tage später, am 28. Januar
1945, entschlummerte still und schmerzlos an gebrochenem Herzen meine
heißgeliebte Mutter, Frau Emilie Heger, geb. Freitag, im 80. Lebens-
jahre. Ihr folgte kurz darauf durch einen sanften Tod mein lieber
Vater, der Altbauer Eduard Heger, im gesegneten Alter von 84 Jahren.
Im heimatlichen Garten in Buchwalde, haben beide nach 53 Ehejahren
in einem gemeinsamen Grab ihre letzte Ruhestätte gefunden.

In wehmütiger Erinnerung und tiefer Trauer:
Gertrud Winter, geb. Heger. Peine bei Hannover, Schloßstraße 4,
früher Buchwalde, Kreis Osterode, Ostpreußen.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 19. Januar 1957

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