1956 noch 200.000 Deutsche in den Ostprovinzen.

1956 noch 200.000 Deutsche in den Ostprovinzen.

Beitragvon -sd- » 15.04.2017, 17:31

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Über 200.000 Deutsche, die noch in den Ostprovinzen wohnen, haben nach
Mitteilung des Bonner Roten Kreuzes Anträge auf Rückführung gestellt.
Bis Ende 1956 werden nur etwa 12.000 Personen aus den polnisch besetzten
deutschen Ostgebieten ausreisen können
. Man hofft auf eine Fortsetzung
der Aktion auch im nächsten Jahr.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 30. Juni 1956

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Noch 1,4 Millionen Deutsche in den polnisch besetzten Gebieten.
Feststellungen, die auf Grund polnischer Zahlenangaben getroffen wurden.

Im Zusammenhang mit verschiedenen, in letzter Zeit veröffentlichten Schätzungen,
wonach sich die Zahl der in den polnisch verwalteten deutschen Ostgebieten ver-
bliebenen Deutschen auf etwa 800.000 - 850.000 belaufen soll, weist der 'Göttinger
Arbeitskreis' ostdeutscher Wissenschaftler auf polnische Angaben hin, aus denen
hervorgeht, daß gegenwärtig mindestens 1,4 Millionen deutsche Staatsbürger in den
polnisch verwalteten deutschen Ostgebieten jenseits von Oder und Neiße leben,
wobei es sich zum größten Teil um sogenannte "Autochthone", zum anderen Teil
um Personen handelt, welche der „anerkannten" sogenannten 'Deutschen Minderheit'
angehören.

Unter "Autochthonen" (bodenständige, bzw. einheimische"- Bevölkerung im Gegen-
satz zu den neu zugewanderten Polen) werden dabei diejenigen deutschen Staats-
bürger verstanden, denen in der ersten Nachkriegszeit u. a. wegen polnisch klein-
gender Familiennamen die polnische Staatsbürgerschaft zugeteilt wurde. Über die
Zahl der "Autochthonen" wurde seitens der Warschauer Regierungsstellen in den
letzten Jahren — selbst auf ausdrückliches Befragen westlicher Journalisten hin —
keine Auskunft mehr gegeben. Es liegen jedoch amtliche polnische Zahlenangaben
aus dem Jahre 1947 vor, die besagen, daß damals 1.067.000 "Autochthone" die
polnische Staatsbürgerschaft erhielten. Diese Zahl wurde am 21. Februar 1947 von
der Warschauer Zeitung 'Gazeta Ludowa' angegeben. Im Mai 1947 veröffentlichte
die Finanzkommission des polnischen Sejm einen Bericht über die Auswirkungen des
Staatsbürgerschaftsgesetzes vom 19. April 1946, wobei ebenfalls festgestellt wurde,
daß bereits eine Million sogenannter "Autochthoner" die polnische Staatsbürgerschaft
erhalten haben. Späterhin veröffentlichte die Polnische Militärmission beim Alliierten
Kontrollrat in Berlin als Drucksache Nr. 141 (ohne Datum, erschienen um die Jahres-
wende 1947/1948) einen Bericht 'Zwei Jahre Arbeit des Ministeriums für die polni-
schen Westgebiete', in dem es wörtlich heißt: "Große Schwierigkeiten bereitete die
Frage der in den polnischen Westgebieten verbliebenen einheimischen Bevölkerung.
Infolge der Bestätigungsaktion erhielt über eine Million dieser Bevölkerung die pol-
nische Staatsbürgerschaft."

Da nach polnischen Angaben in Polen und den polnisch verwalteten deutschen
Ostgebieten ein jährlicher natürlicher Bevölkerungszuwachs von achtzehn je
Tausend zu verzeichnen sein soll, eine, sicherlich übertriebene Zahlenangabe,
so läßt sich doch bei Zugrundelegung eines Geburtenüberschusses von sechzehn
je Tausend und Jahr in der Zeit seit 1947 eine Zunahme der "Autochthonen" um
mindestens 170.000 errechnen, womit sich ergibt, daß gegenwärtig mindestens
1,24 Millionen als "Autochthone" bezeichnete Deutsche in den Oder-Neiße-Gebieten
wohnhaft sind.

Die Zahl der Angehörigen der "anerkannten deutschen Minderheit" — also derjenigen,
welche nicht die polnische Staatsbürgerschaft erhielten, - wurde im Vorjahre, im
Oktober 1955, von amtlicher polnischer Seite auf 150.000 beziffert. Eine Zahl, die
sicherlich zu niedrig gegriffen ist. Legt man sie nichtsdestoweniger zugrunde, so
ergibt sich — "Autochthone" und 'Deutsche Minderheit' zusammengerechnet —, daß
gegenwärtig mindestens 1.390.000 Deutsche in den polnisch verwalteten deutschen
Ostgebieten jenseits von Oder und Neiße ansässig sind.

Eine Reihe von Warschauer Zeitungen, insbesondere die Zeitungen 'Tygodnik
Demokratyczny' und 'Slowo Powszechne', aber auch örtliche, in den Oder-Neiße-
Gebieten erscheinende polnische Blätter haben in letzter Zeit darüber Klage geführt,
daß die "Repolonisierung der Autochthonen" als gescheitert anzusehen sei und daß
in den von den "Autochthonen" bewohnten Gebieten, vornehmlich auch in Deutsch-
Oberschlesien, nunmehr wieder die deutsche Sprache stark in Erscheinung trete.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 1. September 1956

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Mindestens 1,4 Millionen Deutsche
in den besetzten deutschen Ostgebieten
.


Die Berechnungen des 'Göttinger Arbeitskreises' ostdeutscher
Wissenschaftler, die ergeben hatten, daß sich in den polnisch
verwalteten deutschen Ostgebieten gegenwärtig noch 1,39 Millionen
Deutsche befinden, sind nun von polnischer Seite bestätigt worden.
In der Warschauer Zeitschrift 'Zeszyty naukowe Szkoly Glownej
Planowania i Statystiki' (Wissenschaftliche Beiträge der Haupt-
forschungsstelle für Planung und Statistik) (Nr. III, 1956)
heißt es, daß "in den wiedererlangten Gebieten 1,3 Millionen
Autochthone verblieben". Da die natürliche Bevölkerungszunahme
nicht berücksichtigt wurde, ergibt sich also für die Gegenwart
eine Zahl von mindestens 1,4 Millionen Deutschen, die von pol-
nischer Seite als 'Autochthone' (bodenständige Bevölkerung)
bezeichnet werden.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 3. November 1956

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Noch über 1,1 Mio. Deutsche in besetzten deutschen Ostgebiet

Beitragvon -sd- » 14.12.2017, 09:51

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Warschauer Innenministerium gibt zu:
Noch über 1,1 Millionen Deutsche in den besetzten deutschen Ostgebieten.


In den deutschen Ostgebieten unter polnischer Besetzung und in Volkspolen
leben gegenwärtig noch über 1,1 Millionen Deutsche, geht aus Angaben hervor,
welche der zuständige Referent im Innenministerium in Warschau,
Broniatowski, kürzlich gegenüber einem westdeutschen Journalisten machte.

Danach befinden sich in den Oder-Neiße-Gebieten und in Polen zurzeit noch
rund 1,1 Millionen Menschen, die als polnische Staatsbürger angesehen werden,
obwohl sie vor Kriegsbeginn die deutsche Staatsbürgerschaft besaßen. Wie
bekannt ist, wurde dieser Personenkreis, der in der polnischen Publizistik und
Propaganda als "Autochthone" bezeichnet wird, in den Jahren nach 1945 unter
Berufung auf eine angebliche 'polnische Abstammung' entweder pauschal oder
einzeln zur Option für Polen gezwungen. Zu einem Teil gehören zu diesem
Personenkreis auch Deutsche, welche in jenen Jahren vor die Frage gestellt,
ob Austreibung aus der Heimat oder Option, sich für die letztere entschieden,
in der Hoffnung, nunmehr unbehelligt zu bleiben. Wie aus den Ausführungen
des Warschauer Referenten des Weiteren hervorgeht, werden lediglich weitere
60.000 Menschen als 'deutsche Minderheit' angesehen. Sie wurden von den
verschiedenen 'Options-Aktionen' der vergangenen Jahre nicht erfaßt.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 4. Mai 1957

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Noch 2,7 Millionen Deutsche leben nach einer Mitteilung des Suchdienstes
des Deutschen Roten Kreuzes heute "östlich der sowjetischen Besatzungszone".

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 29. Juni 1957

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