Das Flüchtlingslager Oksbøl in Dänemark.

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Das Flüchtlingslager Oksbøl in Dänemark.

Beitragvon -sd- » 08.12.2016, 17:27

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Das Flüchtlingslager Oksboel in Dänemark:
http://www.ermland-spill.de/index.php/l ... -daenemark


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Die Verlinkung dieser Seite erfolgte mit Wissen und Einverständnis
von Ingo Spill, Oberhausen.


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Eintragung im 'Reiseführer Dänemark'
Autoren: Dirk Schröder und Ursel Pagenstecher
1994. Verlag Martin Velbinger.

BLAVANDSHUK MUSEUM
Kirksgade 1, gegenüber Touristenbüro.

Im 1. Stock sehr gute Dokumentation der deutschen Besatzungszeit
und des Flüchtlingslagers in Oksboel (1945-1949) mit einem deutsch-
sprachigen Film über das Lagerleben.


Gegen Kriegsende flüchteten Millionen Deutsche aus Ostpreußen vor der
Roten Armee nach Westen. Nur ein Teil der überfüllten Schiffe entging
alliierten Angriffen, die eigentlich deutsche Truppentransporte treffen sollten.
Ca 250.000 Menschen erreichten Dänemark - überwiegend Frauen, Kinder
und alte Männer. Anfangs wurden sie von der deutschen Wehrmacht in
beschlagnahmten Gebäuden untergebracht, nach dem 8. Mai 1945 sahen
sich die Dänen mit dem Flüchtlingsproblem konfrontiert und hätten am
liebsten alle mit der Wehrmacht nach Deutschland geschickt. Da machten
die Alliierten nicht mit, denn 90 Prozent der Flüchtlinge stammten aus der
sowjetisch besetzten Zone und dort fühlte sich niemand für sie zuständig.
Deswegen richtete der dänische Staat das Internierungslager ein (ein
Fremdenrechtgesetz gab dazu die Grundlage), d.b. Stacheldraht und
Bewachung. Die Behandlung sollte "human, aber nicht von zu großer
Gastfreundschaft geprägt sein". Aus dänischer Sicht verständlich, gerade
hatte man fünf Jahre deutsche Besatzung hinter sich.

Oksboel wurde später zum größten Flüchtlingslager Dänemarks. Die letzten
deutschen Flüchtlinge verließen erst Februar 1949 die Stadt. Von den Betreu-
ungskosten (ca. 460 Millionen Kronen) übernahm die Bundesrepublik Ent-
schädigungen in Höhe von 160 Millionen DM.

Im Lager herrschte weitestgehende Selbstverwaltung mit einem demokratisch
gewählten Bürgermeister. Durch Arbeitsplätze in verschiedenen Werkstätten,
Schulen für die Kinder und ein Kulturprogramm versuchte man eine gewisse
"Normalität" im Alltag zu schaffen. Spartanisch und in drangvoller Enge
lebten hier ca. 17.000 Frauen, 6.000 Männer und 13.000 Kinder.

Nach 1949 wurde das Lager abgerissen, bei der Jugendherberge (sie war
Krankenhaus) sind noch Hozbaracken zu sehen.

Der Flüchtlings-Friedhof in Praestegardsvej erinnert an dieses schwierige
Kapitel deutsch-dänischer Nachkriegsgeschichte.

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Die Kirchenbücher zum Flüchtlingslager Oksbøl sind bei arkivalieronline.dk zugänglich.
Man findet dort die Daten unter:

Amt Ribe
Ksp. Aal (Ål - letztes Kirchspiel im Drop-Down-Menu)
F: Geburt
K: Konfirmation
V: Copulation
T: Beerdigung
Umfang: 1946-1948

Geordnete Abschriften und weiteres Material zum Flüchtlingslager Oksbøl erfragt man
im Blaavandshuk Lokalhistorisk Arkiv, DK 6840 Oksbøl.

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Dänemark-Flüchtlinge > Oksbøl.

Nur in eingeweihten Kreisen war bisher bekannt, daß ich mich etwas
intensiver mit der Thematik 'Flüchtlinge in Dänemark' befasse.

Ich habe zwischenzeitlich die erreichbaren Kirchenbücher des Flüchtlings-
lagers Oksbøl komplett verkartet. Weitere Flüchtlingskirchenbücher und
das Datenmaterial diverser dänischer Kriegsgräberstätten stehen noch
zur Bearbeitung an. Das Zwischenergebnis findet sich jetzt online unter

http://www.westpreussen.de/cms/ct/fluec ... nemark.php

Neben einer Flüchtlingsdatenbank
http://www.westpreussen.de/fluechtlinge/


habe ich noch eine Friedhofsdatenbank
http://www.westpreussen.de/cms/ct/fluec ... /namen.php


aufgesetzt. Die Friedhofsdatenbank enthält vorerst nur die vollständigen
Daten der Kriegsgräberstätte in Oksbøl, wird aber noch mit Daten
von anderen Friedhöfen ergänzt und erweitert.

Hans-Jürgen Wolf
Hinweise zur Familienforschung in Westpreußen
http://www.westpreussen.de


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Veröffentlichung mit Wissen und Einverständnis von Hans-Jürgen Wolf.
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