In Deutschland ... heimatlos !

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In Deutschland ... heimatlos !

Beitragvon -sd- » 15.04.2018, 11:21

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In Deutschland ... heimatlos !

In den von Polen besetzten schlesischen Gebieten wohnen heute noch (1949)
etwa 75.000 Deutsche. Die Ausweisung wird fortlaufend durchgeführt. Von
den 4,8 Millionen Deutschen, die bis 1945 in den jetzt unter polnischer Ver-
waltung stehenden Gebieten wohnten, haben mehr als die Hälfte in den West-
zonen Deutschlands Aufnahme gefunden. In Bayern beträgt die Zahl der neu
angesiedelten Schlesier rund 500.000. Im Land Hessen wohnen über 100.000
Ausgewiesene aus dem schlesischen Raum jenseits der Oder und Neiße. In
Württemberg haben 100.000 Schlesier Aufnahme gefunden; doch nur ein
geringer Teil hat sich mit den landschaftlichen und wirtschaftlichen Gege-
benheiten abgefunden. Im Lande Niedersachsen konnten etwa 650.000
Schlesier ermittelt werden. Ein großer Teil wohnt auf dem Lande. Besonders
in den Regierungsbezirken Lüneburg und Stade haben viele Schlesier in
Bauernhäusern Aufnahme gefunden. Nach Nordrhein-Westfalen konnten viele
Oberschlesier, vor allem Grubenarbeiter, vermittelt werden; in Hamburg
wohnen 15.000 Schlesier. Nach den neuesten Berechnungen beträgt ihre
Zahl in der britischen Zone insgesamt 1,2 Millionen.

In der russischen Zone haben etwa zwei Millionen Schlesier eine neue Heimat
gefunden. Unter den Flüchtlingen jedoch, die täglich die Zonengrenze nach
dem Westen überschreiten, befinden sich viele von den Polen vertriebene Per-
sonen.

Nach einer vom Roten Kreuz vor Jahren schon veröffentlichten Schätzung,
sollen Hunderttausende von Schlesiern währen der ersten Evakuierungs-
aktion bei alliierten Luftangriffen auf Dresden und andere Gebiete Sachsens
umgekommen sein. Auch die ersten Zwangstransporte im Winter 1945 / 1946
und im Herbst 1946 aus Breslau forderten in der sowjetischen Zone unter den
Schlesiern ungeheure Opfer. Augenzeugen wissen zu berichten, daß in den
ungeheizten Zügen allein im Winter 1946 / 1947 etwa 25 Prozent der Zwangs-
evakuierten aus dem Raum jenseits der Oder und Neiße umgekommen sind.

Quelle: DER HEIDEBOTE Nr. 18, 12. August 1949.
Wochenend-Beilage der AZ (= Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide).

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