Die Zerstückelung Deutschlands.

Texte und Bilder zur Teilung Deutschlands

Die Zerstückelung Deutschlands.

Beitragvon -sd- » 01.02.2019, 11:50

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Das Verbrechen von Potsdam.

Zehn Jahre sind vergangen seit auf der Konferenz von Potsdam die Zerstückelung
Deutschlands beschlossen und die Austreibung Millionen deutscher Menschen
sanktioniert wurde. Ein Viertel des deutschen Reichsgebietes wurde durch den
Spruch von Potsdam fremder Verwaltung unterstellt und ein Siebentel der Gesamt-
deutschen Bevölkerung mußte Haus und Hof verlassen. Weitere Millionen deutscher
Menschen, die in Westpreußen und Posen, in Böhmen und Mähren, in Polen, Ungarn
und Jugoslawien schon seit Generationen gelebt und mit Fleiß und Treue den
Staatswesen ihrer Wahlheimat gedient hatten, wurden durch den Rechtsspruch
von Potsdam in völlige Rechtlosigkeit gestoßen. In Potsdam entstand der unselige
Begriff "Oder-Neiße-Linie" ein Begriff, der zum Symbol für Deutschland und zum
Schicksal aller Heimatvertriebenen werden sollte.

Die "großen Drei", die sich vor zehn Jahren im Cecilienhof in Potsdam, der ehema-
ligen Residenz des deutschen Kronprinzen, an den Konferenztisch setzten, hatten
sich leicht auf die alte Soldatenstadt geeinigt. Verband man doch mit dem Namen
Potsdam zugleich das Wesen des "preußisch-deutschen Militarismus", der hier nun
auch symbolisch für alle Ewigkeit begraben und an dessen Stelle ein neuer Geist von
Potsdam gesetzt werden sollte.

Wir wissen heute, daß diese Einigkeit recht oberflächlicher Natur war und nicht über
den Konferenzort hinausging, daß tiefe Gegensätze unter den Alliierten gerade in
den wichtigsten Punkten bestanden. Stalins Versuch, die von Hass erfüllte Konferenz-
Atmosphäre von Teheran und Yalta auch auf die Potsdamer Konferenz zu übertragen,
scheiterte an seinen beiden Partnern. Wenn Stalin allein zu entscheiden gehabt haben
würde, dann würde es heute kaum noch ein freies Deutschland geben. So hatte Stalin
die Frage nach dem Umfang des deutschen Territoriums dahin beantwortet, daß das
deutsche Gebiet dasjenige sei, was von Deutschland nach Befriedigung der alliierten
Wünsche übrig bleiben werde.

Die historische Forschung hat die Hintergründe über die Entstehung der Potsdamer
Protokolle weitgehend aufgehellt. Dabei steht fest, daß die "Verwaltungslinie" an der
Oder und Neiße keineswegs der Anerkennung etwaiger Annexionen der jenseitigen
ostdeutschen Gebiete gleichkommt. Im Gegenteil ! Es wurde ausdrücklich vorgesehen,
daß diese Linie nur bis zur endgültigen Regelung im Friedensvertrag befristet und die
eigentliche Grenzfestlegung bis dahin zurückzustellen sei, wie es in Artikel IX des
Potsdamer Protokolls ausdrücklich lautet. Trotz dieser Vereinbarung schlossen die
Satelitenregierungen von Pankow und Warschau im Sommer 1950 ihre sogenannten
Grenzverträge ab, gegen die die USA, Großbritannien und Frankreich protestierten
und unter ausdrücklichem Hinweis auf das Potsdamer Abkommen ablehnten.

Wir wollen nicht verkennen, daß sich in Potsdam die Westmächte gegenüber der Ex-
pansionspolitik der Sowjetunion energisch zur Wehr setzten. Sie vermochten sich aber
gegenüber den Sowjets und ihrer "Politik der vollendeten Tatsachen" nicht durchzu-
setzen. Sie konnten nicht verhindern, daß die erzwungene Hinnahme des fait accompli
zu einer Anerkennung wurde. Sie sind deshalb mitschuldig an dem Todesurteil, das
über Ostdeutschland in Potsdam gefällt wurde.

Längst hat man seitens der Westalliierten die "Fehler von damals" erkannt, und in der
ganzen westlichen Welt mehren sich die Stimmen, die das Unrecht an Deutschland
brandmarken und auf seine Beseitigung dringen. So schreibt die in Südamerika, in
deutscher Sprache erscheinende, Zeitschrift 'Tatsachen' in diesem Sinne: "Die Tatsache,
daß auf den erschreckendsten Krieg der Geschichte der erschreckendste Friede der
Geschichte folgte, läßt sich weder vertuschen noch totschweigen" und fordert dann
den Mut zur Erkenntnis und den Mut zum Handeln, damit endlich das Recht wieder
zu seinem Recht komme.

Und ein anderer Rufer, nach dem Recht in einer rechtlosen Zeit, ist der Professor
Austin J. App, aus Philadelphia. Ihm als Christen ist es Pflicht, sich im Namen des
Rechts und der Menschlichkeit gegen all das aufzulehnen, was an Ungerechtigkeit
und Unmenschlichkeit in Kriegs- und Nachkriegszeit den Menschen widerfahren ist.
Hier sei nur eine Probe aus seinem neuesten Buch 'Wir, die Alliierten' zitiert:

"Wir, die Alliierten, sind keine Ungeheuer" ... , sagte Churchill im Jahre 1945 den
Deutschen. Und was folgte ...? 12 Millionen oder mehr Menschen wurden unter un-
menschlichen Bedingungen von Haus und Hof vertrieben. Ganze Provinzen wurden
entvölkert und geraubt. Christen gaben Hunderttausende von Frauen und Mädchen
dem asiatischen Antichrist zur Schändung preis. Millionen von Männern wurden zu
langjähriger Sklavenarbeit willkürlich testgehalten. Durch eine Hungerblockade
wollte man das deutsche Volk systematisch dezimieren. Produktionsstätten wurden
demontiert, der Handel nach Übersee unterbunden. Das Recht zur käuflichen Ware
gemacht ... Man kann auch schwerlich behaupten, daß der Morgentau-Plan ein
Ausdruck christlichen Geistes war." App geht aber noch weiter. Er bezeichnet das
Versailler Diktat von 1919 als die Wurzel allen Unrechts, das ihm folgte. Die darin
festgelegten territorialen Ungerechtigkeiten, lösten den zweiten Weltkrieg mit aus.
Und was geschah danach ?

"Dort, wo einzelne territoriale Ungerechtigkeiten den Zweiten Weltkrieg auslösten,
haben die "großen Drei" ein ganzes Feld territorialen Unrechts angelegt. Wie hätten
sich die Amerikaner verhalten, wenn im Falle eines Sieges der Achsenmächte Texas
an Mexiko und Kalifornien und Alaska an Japan übergeben und die ansässige Bevöl-
kerung aus den Städten und von den Farmen verjagt worden wäre ? Wir, die Ame-
rikaner, hätten dies für ein unmögliches Unrecht angesehen. Eben dasselbe haben
wir sanktioniert, als es in Potsdam darum ging, deutsche Provinzen unter fremde
Verwaltung zu stellen. Wobei nicht vergessen werden darf, daß Ostpreußen schon
ein deutsches Land und Königsberg eine deutsche Stadt war, bevor überhaupt
Amerika entdeckt wurde."

Wir wollen uns über jede Stimme freuen — und die beiden zitierten sind glücklicher-
weise nicht die einzigen — die die Mauer des Schweigens, die Amerika um den vor
zehn Jahren begangenen Fehler errichtete, — durchbricht und die aus Leidenschaft-
lichem Herzen den Weg zur Wahrheit und Gerechtigkeit weist.

Nach dem verhängnisvollen Irrtum von Potsdam hat die Politik der Westmächte
nie einen Zweifel darüber aufkommen lassen, daß sie in der Oder-Neiße-Linie
nur ein vorläufiges Provisorium sieht. Sie wiesen deshalb auch die sowjetische
Interpretation, daß es sich bei einer Friedenskonferenz nur noch um Einzelheiten
bei der technischen Festlegung der Oder-Neiße-„Grenze“ handeln würde, mit aller
Entschiedenheit zurück.

Potsdam, das schmerzlichste Kapitel der deutschen Geschichte, wurde zugleich
zu einem der neuralgischsten Punkte der Weltpolitik. Bald nach der Konferenz
setzte bereits eine Umkehr auf dem politischen Irrweg ein, den die Westmächte
beschritten hatten. Das berechtigt uns immerhin zu einer gewissen Hoffnung,
daß das allerletzte Wort in der Frage der deutschen Ostgrenze noch nicht ge-
sprochen wurde, zumal die Genfer Konferenz eine freundlichere Atmosphäre
der gegenseitigen politischen Beziehungen eingeleitet zu haben scheint. Unsere
Hoffnung gründet sich auch auf den weisen Ausspruch des großen amerikanischen
Staatsmannes und Politikers Abraham Lincoln: "Nichts ist endgültig geregelt, was
nicht gerecht geregelt ist." W.M.L.

Quelle: OSTPREUSSEN-WARTE, August 1955

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