Memelland-Lobpreisungen (Gedichte).

Familienforschung / Recherchen in Preußisch-Litauen.

Memelland-Lobpreisungen (Gedichte).

Beitragvon -sd- » 18.08.2018, 17:50

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Lied in der Memelniederung.
Ruth Geede

Träge ziehen meine Kähne,
Wind schlief ein auf ferner Flut.
Hell steht überm Haff der Himmel,
und das Land ist weit und gut.

Unterm Rohrdach meiner Hütte,
dort am muschelgelben Gang,
strickt mein dünenblondes Mädchen
Netze für den nächsten Fang.

Wird der Strom zum weiten Wasser,
singt der Wind in Rohr und Ried.
Flügelschlagend flieht die Möve,
wenn ein Elch zur Tränke zieht.

Wacher werden meine Kähne,
Wind erzählt von Fisch und Fang;
Und mein buntgeschnitzter Wimpel
Grüßt den fernen Dünenhang.

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Östlicher Sommer. Von Heinrich Eichen.

Auf den Memelwiesen duftet Heu.
Heiß und brennend reift das Korn dem Segen
goldner Erntetage still entgegen, —
jeden Morgen glüht die Sonne neu.

Weit dehnt sich die Ebene bis zum Rand
blauer Wälder, die verdämmernd schweigen,
wo die wunderweißen Wolken steigen
selig leuchtend über fernem Land.

Silbergleißend blitzt im Licht der Strom.
Lerchen schwirren jubelnd allenthalben.
Jauchzend jagen pfeilgeschwinde Schwalben
durch des Sommers feierlichen Dom.

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