Der große Treck.

Der große Treck.

Beitragvon -sd- » 16.03.2020, 21:15

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Der große Treck.

Mit dem Zurückweichen der Ostfront brach über die deutsche Zivil-
bevölkerung die Katastrophe herein. Von verantwortungslosen Gau-
leitern zu lange zurückgehalten, konnte sie den Begleiterscheinungen
des sowjetischen Einmarsches nur zum Teil entfliehen. Auf den Trecks
kamen über 3 Millionen durch Hunger und Kälte um oder wurden von
sowjetischen Panzern überrollt und zusammengeschossen. Aus dem
sowjetischen Machtbereich wurden außerdem etwa 750.000 Zivilisten
zu jahrelanger Zwangsarbeit deportiert.

Während zahllose Flüchtlingstrecks, die auf dem Landweg nach Westen
zogen, unter den Bomben der sowjetischen Luftwaffe zugrunde gingen
oder von durchgebrochenen Panzerkräften zusammengeschossen wurden,
drängten sich Millionen in den Häfen und Anlegestellen des Haffs und
des Samlandes zusammen, in der Hoffnung auf eine möglichst schnelle
Evakuierung durch die Kriegsmarine. Großadmiral Dönitz hatte dafür
die Fahrgastschiffe 'Cap Arcona', 'Deutschland', 'Hamburg', 'Hansa',
'Potsdam', 'Pretoria', Robert Ley' und 'Wilhelm Gustloff' aufgeboten,
die jedes je Fahrt durchschnittlich zehntausend Menschen befördern
konnten. Dazu kamen mehrere Kreuzer und Zerstörer, das Lazarettschiff
'General Steuben' und zahlreiche Frachtdampfer und kleinere Einheiten.
Aus Pillau, Küstrin und mehreren anderen Häfen, die von der Landseite
von Heeresverbänden in aufopferndem Einsatz gehalten wurden, nahm
die Marine die Flüchtlinge, dazu Verwundete und Nachhuten an Bord,
um sie zu den Häfen der westlichen Ostsee, teilweise auch Dänemarks,
in Sicherheit zu bringen. Zwar wurden einige wenige deutsche Schiffe
von den Sowjets versenkt, wobei etwa 14.000 Menschen ertranken,
doch wurden von Ende Januar bis zum Kriegsende über 2.200.000
Menschen auf dem Seeweg vor dem sowjetischen Zugriff gerettet.

Quelle: ' Der Zweite Weltkrieg: Bilder. Daten. Dokumente. '
Bertelsmann Lexikon-Verlag.

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