Getroste Zuversicht. Predigtworte.

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Getroste Zuversicht. Predigtworte.

Beitragvon -sd- » 05.07.2019, 20:13

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Getroste Zuversicht.

Josua 1, Vers 9: Siehe, ich habe dir geboten, daß du getrost und freudig seiest !

Wir leben alle in einem Zeitalter der Angst und der Sorge. "Was soll nur werden ?"
So hört man es laut und verborgen überall, so geht es durch so manches Herz.
Die Wolken hängen oft so dunkel und so tief über dem Leben unseres Volkes,
über dem Leben jedes einzelnen von uns, sie lähmen vielfach gerade das Leben
und Planen der Vertriebenen. Wie Gewichte hängen sich bange Sorgen und ernste
Furcht an unser Leben. Was soll nur werden, was bringt die Zukunft ?

Da kommt uns aus Gottes Welt eine Antwort und ein Ruf. Siehe ! Gott redet !
Aus seinem Munde und durch sein Wort kommt ein Befehl, der letztlich ein
Geschenk und ein Trost ist und auch für uns zu einer Quelle neuer Kraft werden
soll. Zu uns allen, die wir heute unter äußeren und inneren Trümmern unser
Leben gleichsam nur fristen, kommt der persönliche Ruf des lebendigen Gottes:
Sei getrost und freudig ! Das gilt der einsamen Mutter, die um ihren Jungen weint,
der irgendwo gefallen ist, das gilt dem arbeitslosen Manne, der seine Tage nutzlos
verstreichen sieht, das gilt den vielen, die sich in der Sehnsucht zur alten Heimat
verzehren und oft nur leiblich hier sind, während die Seele im alten Ostpreußen
suchend umherwandert. Es gilt uns allen !

Was bedeutet dieses Wort göttlichen Trostes ? Es bedeutet ganz einfach und schlicht,
daß Gott, der Schöpfer und Erhalter des Lebens, jeden von uns in seinen Händen hat
und ihn persönlich führt und geleitet. Haben wir das auch in guten Tagen oft ver-
gessen und uns von Gott abgesondert — das ist nämlich Sünde —, so begegnet uns die
Botschaft neu unter Trümmern, weil uns der begegnet, "dem allemal das Herze bricht,
wir kommen oder kommen nicht". In die Nacht unserer Seele und unserer Sorge tritt
ein anderer herein, der uns mit fester Hand führt, Jesus Christus. In ihm kommt unsere
Vergangenheit in Ordnung, in ihm liegt der tiefe und letzte Sinn der Gegenwart, in ihm
wissen wir zu allen Zeiten um eine Zukunft, die von Gott und nicht von Menschen
gestaltet wird.

Das ist der Grund unserer Gelassenheit in aller scheinbaren Verlassenheit ! Das gibt uns
die Kraft zum Tragen dessen, was uns täglich aufgelegt wird. Das ist in "aller Heimat-
losigkeit ein Stück ewiger Heimat ! Das macht uns zu einem Wanderer zwischen beiden
Welten".

Wir sind alle heimgesucht. Möchten wir in aller Not im tiefsten Sinne von Gott Heim-
gesuchte geworden sein, die heimgefunden haben zu dem Kreuze Jesu Christi, das der
Trost aller Angefochtenen, Mühseligen und Beladenen sein will. Laßt jede Sorge vor
der Zukunft täglich im Gebet zu einer neuen Stufe werden, auf welcher wir dem ent-
gegengehen, der uns von oben die Hand reichen will, der auch um deinen und meinen
Weg in Zeit und Ewigkeit weiß und Sorge trägt. Er sitzt ja am Steuer ! Er weiß den Weg !

Im Blick auf das obige Gotteswort der suchenden und erbarmenden Liebe aus der Höhe
wollen wir uns freudig und getrost an das Wort von Gorch Fock halten:
"Wohin mich Gott führt, weiß ich nicht, ich weiß aber, daß er mich führt !"

Pfarrer H. H. Engel-Domnau, Lauenburg (Elbe)

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 15. Oktober 1950

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