Hausbuch, das polizeiliche Meldewesen in der DDR.

Informationen im Zusammenhang mit der ehemaligen 'Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)' und späteren DDR.

Hausbuch, das polizeiliche Meldewesen in der DDR.

Beitragvon -sd- » 28.04.2019, 19:43

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Hausbuch, das polizeiliche Meldewesen in der DDR verlangte für jedes
Wohngebäude und alle Gemeinschaftsunterkünfte das Führen eines
Hausbuchs durch Besitzer oder Verwalter. Darin waren alle Bewohner,
Besucher aus der DDR, die 30 Tage oder länger blieben, v.a. aber
alle in die DDR eingereisten Besucher, also insbesondere Bundesbürger,
binnen 24 Stunden einzutragen. Das Hausbuch mußte auf Verlangen
der Volkspolizei oder Vertretern der Stasi vorgelegt werden.

Quelle: Textquelle noch nicht bekannt.

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Am 02.01.2014 schrieb Henry Lange:
> Die Hausbücher sind zumeist in den Händen der Hausbuchführer geblie-
> ben, anschließend im Müll gelandet oder bei dem einen oder anderen
> "Sammler". Eine Verpflichtung zur Ablieferung bei der VP gab es nicht,
> und nach dem > 3.10.1990 bestand auch keine Pflicht mehr zur Führung
> derselben.

Vgl. zu den Hausbüchern auch:
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de ... e=anfragen

Laut Anordnung des Innenministers der DDR vom September 1990 waren
die Hausbücher bei den Meldestellen zwecks Vernichtung abzuliefern.
Siehe https://web.archive.org/web/20071109013 ... /teil2.htm
Offenbar wurde dies aber nur unvollständig umgesetzt.

> Von daher bliebe eben nur die Meldekartei, auf die man aber nur
> bei Vorliegen eines "rechtlichen Interesses" zurückgreifen kann.
> Und bekanntlich ist die Familienforschung nur ein "berechtigtes",
> aber kein rechtliches Interesse.

Für Auskunft aus der Meldekartei ist ein berechtigtes Interesse aus-
reichend, somit erhält man auch als Familienforscher Auskunft.

Markus Röhling angefragt

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