Berlin - 1961.

Informationen im Zusammenhang mit der ehemaligen 'Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)' und späteren DDR.

Berlin - 1961.

Beitragvon -sd- » 06.01.2016, 17:12

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Berlin - 1961:
http://ahnen-navi.de/ahna-bilder/berlin-1961-1.jpg

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Die Blockade und die Luftbrücke.

Am 20. März 1948 verließen die Sowjets den Alliierten Kontrollrat für Deutschland.
Am 1. April erließen sie Beschränkungen für den Verkehr der Alliierten auf dem
Eisenbahn- und dem Straßenwege nach Berlin. Am 16. Juni zogen sie aus der
Berliner Kommandantura aus. Am 23. Juni lösten deutsche Kommunisten in der
Umgebung des im sowjetischen Sektor gelegenen Berliner Rathauses Unruhen aus.
Viele von ihnen wurden mit sowjetischen Lastwagen dorthin gebracht. Dies war
der gleiche Tag, an dem in Berlin die Währungsreform durchgeführt wurde. Die
westlichen Alliierten hatten die westdeutsche Währungsreform vom 18. Juni vorher
noch nicht auf Berlin ausgedehnt. Sie waren bereit, die alte Reichsmark in Berlin
beizubehalten - unter der Voraussetzung, daß sie an der Kontrolle über die in
Umlauf gesetzten Beträge mitbeteiligt sein würden. Die Sowjets weigerten sich,
dies zuzulassen. Statt dessen führten sie in ihrer Zone und in ihrem Sektor eine
neue eigene Währung ein. Die Alliierten setzten umgehend die neue D-Mark in
den Westsektoren der Stadt in Umlauf. Am 24. Juni unterbrachen die Sowjets
alle Land- und Wasserverbindungswege zwischen Berlin und den westlichen Zonen
Deutschlands völlig. Ihre unverhüllte Absicht war, die Westalliierten aus Berlin
herauszudrängen und die Bevölkerung der Stadt durch Aushungerung in die Arme
der Kommunisten zu treiben.

Gegenüber dieser nackten Aggression gegen ihre Rechte und die Freiheit der
Berliner Bevölkerung wäre für die die westlichen Alliierten die Anwendung von
Gewalt in jedem notwendigen Ausmaße voll gerechtfertigt gewesen, um die
Zufahrtswege nach Berlin wieder zu öffnen und offenzuhalten. Statt dessen
entschieden sie sich dafür, Berlin aus der Luft zu versorgen.

Während der nächsten elf Monate wurde jedes Pfund Nahrungsmittel und Kohle
sowie alles übrige für das Leben der Bevölkerung West-Berlins und den Nach-
schub der westlichen alliierten Streitkräfte in Berlin Notwendige auf dem Luft-
weg transportiert. Mit insgesamt 277.728 Flügen brachten amerikanische, briti-
sche und französische Flieger 2.343.301 Tonnen Lebensmittel und Versorgungs-
güter in die Stadt. Während des Höhepunkts der Luftbrücke landete alle 45
Sekunden ein Flugzeug in Berlin.

Warum machten die Sowjets keinen Versuch, die Luftbrücke zu unterbrechen ?
Wahrscheinlich konnten sie sich zunächst nicht einmal im Traum vorstellen, daß
es möglich wäre, West-Berlin und die dort stationierten Streitkräfte aus der Luft
zu versorgen. Etwas später überlegten sie sich wohl, daß im Winter Nebel und
Schnee der Luftbrücke ein Ende setzen würden. Vielleicht den größten Ausschlag
gab die Tatsache, daß sie nicht ernsthaft gegen die Luftbrücke einschreiten konn-
ten, ohne allliierte Flugzeuge abzuschießen - ein Weg, der ihnen offensichtlich
zu riskant war.

Trotzdem forderte die Luftbrücke ihren Zoll - 72 Menschen, darunter 31 Ameri-
kaner, verloren bei Unfällen ihr Leben. Ihre Namen sind für alle Zeiten auf dem
Luftbrückendenkmal, das sich am Flugplatz Tempelhof emporreckt, festgehalten.
Eine Berliner Stiftung 'Luftbrückendank' stellte Stipendien für die Kinder dieser
Helden zur Verfügung. Sie können später auf eigenen Wunsch als Gäste der Regie-
rung des freien Berlin an der freien Universität studieren. Diese Universität wurde
zur Zeit der Luftbrücke geboren, als viele Dozenten und Studenten der alten
Berliner Universität im sowjetischen Sektor die Freiheit in den westlichen Sektoren
wählten. Ihre ersten Vorlesungen fanden bei Kerzenlicht in neun Zimmern eines
alten Gebäudes statt. Die Freie Universität Berlin mit über 12.000 Studenten hat
sich zu einer der großartigsten Hochschulen der Welt entwickelt. Im vergangenen
Jahr (1960) kamen 25 Prozent ihrer Studenten aus Ostdeutschland und Ost-Berlin.

Quelle: 'Berlin - 1961. Eine Analyse des US-Außenministeriums.'

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Inhaltsverzeichnis zur 40seitigen Broschüre
'Berlin - 1961. Eine Analyse des US-Außenministeriums.'
1961 herausgegeben vom US-Informationsdienst, Bad Godesberg.

Grundlegende Tatsachen.
Die alliierte Treuhänderschaft.
Abkommen über die Wiederherstellung Deutschlands als Nation.
Das Recht auf Zugang nach Berlin.
Erste kommunistische Manöver.
Die kommunistische Wahlniederlage.
Ostdeutschland unter kommunistischer Kontrolle.
Wirtschaftlicher Zusammenschluß der Westzonen.
Ziele des sowjetischen Imperialismus und europäischer Wiederaufbau.
Die Blockade und die Luftbrücke.
Das heldenhafte Ausharren der West-Berliner.
Berlin nach der Blockade.
Der politische Wiederaufbau Westdeutschlands.
Errichtung eines sowjetischen Marionettenregimes in Ostdeutschland.
Die Abstimmung mit den Füßen.
Die Bundesrepublik wird mündig.
Freies Berlin und freies Deutschland.
Das Streben nach einer deutschen Friedensregelung.
Der zweite Hauptangriff auf das freie Berlin.
Der Friedensplan der Westmächte.
Der sowjetische Plan.
Der Plan für eine "entmilitarisierte freie Stadt".
Chruschtschows Kriegsdrohung.
völliger Stillstand der Verhandlungen. - Ein neuer Anlauf zum Gipfel.
Der dritte Angriff.
Die Schließung des Schlupflochs.
Die alliierte Treuhänderschaft - Was die Tatsachen zeigen.
Was die freien Berliner wünschen.
Was für die freie Welt auf dem Spiele steht.

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