Aussöhnung mit Polen.

Informationen im Zusammenhang mit der ehemaligen 'Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)' und späteren DDR.

Aussöhnung mit Polen.

Beitragvon -sd- » 08.12.2020, 14:37

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Die Aussöhnung mit Polen war nicht nur westdeutsches Ereignis.

Die Berichterstattung über den Kniefall von Willy Brandt 1970 am Mahnmal
für den Aufstand im früheren Warschauer Ghetto stößt auf Kritik.

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Frank Richter bemängelte im Deutschlandfunk
(Audio-Link), daß viele Medien 50 Jahre danach vor allem eine westdeutsche Per-
spektive eingenommen und den Kniefall als Fundament für die Aussöhnung mit
Polen nach dem Zweiten Weltkrieg gewertet hätten. Dabei hätten schon 20 Jahre
früher bemerkenswerte Politiker in der DDR gesagt, daß man die Aussöhnung mit
Polen vorantreiben müsse. Als Beispiel nannte Richter den CDU-Politiker und
ersten DDR-Außenminister Georg Dertinger, der 1950 das Görlitzer Abkommen
mitverhandelt hatte. Dertinger und andere Politiker in der DDR hätten die Aus-
söhnung mit Polen „aus tiefster Überzeugung“ gewollt, betonte Richter. Insofern
sei die Versöhnung mit Polen ein gesamtdeutsches Ereignis gewesen und nicht
nur ein westdeutsches.

Polen und die DDR unterzeichneten das Görlitzer Abkommen am 7. Juli 1950.
Darin wurde die Oder-Neiße-Linie als endgültige deutsch-polnische Grenze
bestätigt und anerkannt.

Diese Nachricht wurde am 08.12.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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Markus Würz 'Biografie Georg Dertinger'.
In: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online,
Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/georg-dertinger.html

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1945 zählte Georg Dertinger zu den Mitbegründern der CDU in der Sowjetischen
Besatzungszone, war Abgeordneter der Volkskammer und von 1949 bis 1953
erster Außenminister der DDR. Er verfaßte die Meißner Thesen für einen christ-
lichen Sozialismus.

Dertinger war zudem maßgeblich beteiligt an der Formulierung der ersten
Verfassung der DDR. Als Außenminister unterzeichnete er am 6. Juli 1950
das Görlitzer Abkommen mit Polen über die Oder-Neiße-Grenze.
Doch dann kam alles anders.

Auf Betreiben der Stasi wurde er im Januar 1953 verhaftet und am Ende eines
Schauprozesses zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Ihm und seinen Mitverurteilten
war vorgeworfen worden, die DDR beseitigen und das Eindringen faschistischer
Banden organisieren zu wollen. Auf Fürsprache Gerald Göttings, des späteren
Vorsitzenden der DDR-CDU, bei Walter Ulbricht wurde Georg Dertinger 1964
begnadigt. Er starb am 21. Januar 1968 an Krebs. Seine Grabstätte und die seiner
Frau befinden sich auf dem Südfriedhof Leipzig.

Über das Leben und die Überzeugungen Georg Dertingers, über ihre Erinnerungen
an ihn und über ihr eigenes schlimmes Verfolgungsschicksal sprechen die Söhne
Christian und Rudolf am 23. Februar in Dresden. Da auch ihre Mutter verhaftet
wurde, waren die Kinder plötzlich elternlos. Rudolf, der damals 15 Jahre alt war,
mußte für drei Jahre ins Zuchthaus. Der jüngere Christian wuchs bei einer Pflege-
familie auf, erhielt einen neuen Namen. Beide wollen das Vermächtnis ihres
Vaters am Leben erhalten.

Die Diskussions-Reihe 'Brüche' findet auf dem Theaterkahn Dresden statt.
Moderiert wird sie vom Meißner SPD-Landtagsabgeordneten Frank Richter,
der die Söhne Dertingers gut kennt, insbesondere Christian.
Richter: "Das sind Schicksale, die uns heute noch tief bewegen."

Quelle: SÄCHSISCHE ZEITUNG (SZ)

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Als Görlitzer Abkommen (auch Görlitzer Vertrag, Görlitzer Grenzvertrag oder
Abkommen von Zgorzelec) wird der Grenzvertrag zwischen der Deutschen
Demokratischen Republik (DDR) und der Volksrepublik Polen vom 6. Juli 1950
bezeichnet, der in Zgorzelec, dem seit 1945 polnischen Teil von Görlitz,
geschlossen wurde. Er bezeichnet die Oder-Neiße-Linie als 'Staatsgrenze
zwischen Deutschland und Polen'.

Quelle: WIKIPEDIA


Im 'Görlitzer Vertrag' von 1950 anerkannte die DDR die Oder-Neiße-Grenze.

Am 6. Juli 1950 unterschrieben der Ministerpräsident der DDR, Otto Grotewohl,
und der polnische Ministerpräsident Jozef Cyrankiewicz in Zgorzelec, dem nun-
mehr polnischen Teil der an der Lausitzer Neiße gelegenen Stadt Görlitz, den
Görlitzer Vertrag. Der im Rahmen eines feierlichen Staatsaktes unterschriebene
Vertrag beinhaltete die Markierung „der festgelegten und bestehenden deutsch-
polnischen Staatsgrenze an der Oder und an der Lausitzer Neiße“.

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