Sperrzone entlang der Demarkationslinie.

Informationen im Zusammenhang mit der ehemaligen 'Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)' und späteren DDR.

Sperrzone entlang der Demarkationslinie.

Beitragvon -sd- » 07.09.2018, 10:23

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Am 26.5.1952 wird in Bonn der sogenannte Deutschlandvertrag
('Vertrag über die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und den drei Westmächten') unterzeichnet, der die
Gleichberechtigung der Bundesrepublik innerhalb der westeuro-
päischen Gemeinschaft vorsieht. Die Bindung der Bundesrepublik
an den Westen hat die enge Anlehnung der DDR an die Sowjetunion
zur Folge.

Der Ministerrat der DDR beschließt die Errichtung einer fünf Kilometer
breiten Sperrzone entlang der Demarkationslinie zur Bundesrepublik.
12.000 Menschen werden zwangsumgesiedelt (Aktion "Ungeziefer").
Zwischen Berlin und dem Umland werden die meisten Straßen
gesperrt. Am 27.5.1952 werden alle Telefonleitungen zwischen West-
und Ost-Berlin sowie zwischen West-Berlin und der DDR gekappt. Eine
Einreise für Westberliner in die DDR ist nur noch mit einer Sonder-
genehmigung möglich, die in Ostberlin beantragt werden muß.
Allerdings ist das in der breiten Bevölkerung nicht bekannt. Kinder
und Jugendliche dürfen bis zur Ausstellung ihres Berliner behelfs-
mäßigen Personalausweises (16. Lebensjahr) bis zum Mauerbau
1961 ohne Genehmigungen in die DDR einreisen.

1. 1. 1977: Aufhebung der Kontrollstellen zwischen Ost-Berlin und
der DDR durch die DDR-Regierung; Einstellung der besonderen
Veröffentlichung von DDR-Gesetzen im Verordnungsblatt des Ost-
Berliner Magistrats
http://www.zum.de/Faecher/G/BW/abbl/bun ... tafel1.pdf

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Für uns Westberliner sah das ab 1952 so aus: Meine Eltern durften
nicht mehr mit uns Kindern zur Verwandtschaft nach Woltersdorf
bei Erkner (DDR) fahren. Wir Kinder fuhren alleine mit der S-Bahn
bis Rahnsdorf (Ostberlin) und stiegen dann in die Straßenbahn
nach Woltersdorf um. Im Wald gab es eine Grenzkontrollstelle, an
der die Bahn hielt und alle Fahrgäste kontrolliert wurden. 1970
besorgte ich mir einen westdeutschen Reisepaß, um weniger um-
ständlich nach Ostberlin einreisen zu können. Bei Besuchen in
Woltersdorf umging ich im wahrsten Sinne des Wortes die Grenz-
kontrollstelle der Straßenbahn, indem ich durch den Wald marschierte,
immer hoffend, nicht auf eine Grenzstreife zu treffen. Nach dem
Verkehrsvertrag vom 17. Oktober 1972 wurde nicht mehr so gründ-
lich kontrolliert.

Margit Rose-Schmidt

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Hallo Dieter,
Ich war viel mit Ancestry beschäftigt, weil es dort für mich mit Berliner
Kirchenbüchern und Standesamtsurkunden so richtig in die Vollen ging.
Selbstverständlich kannst du meinen Text für deine phantastische Inter-
netseite nutzen. Margit
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