Warum sie noch nicht entlassen wurden. 1953.

Überwiegend ostpreußische Landsleute, die nach sowjetischer Gefangenschaft im Grenzdurchgangslager Friedland eintrafen. Quelle: Ostpreußenblatt 1954 und 1955.

Warum sie noch nicht entlassen wurden. 1953.

Beitragvon -sd- » 18.10.2020, 21:04

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Warum sie noch nicht entlassen wurden.

Die 'Suchdienst-Zeitung' gibt eine Übersicht über jene Kategorien von Kriegsgefangenen,
die bisher aus der Sowjetunion entlassen wurden. Dazu gehören Kriegsgefangene, die
wegen Kollektivschuld verurteilt worden waren, wenn ihnen individuelle Vergehen nicht
nachgewiesen worden sind. Dazu gehören auch Angehörige der Waffen-SS, sogenannte
belastete Divisionen, Juristen, Polizei- und Feldpolizeiangehörige, Ärzte usw.
Zur Entlassung kamen auch "Kriminelle", das heißt, Kriegsgefangene, die wegen Dieb-
stahl, Sabotage, Arbeitsverweigerung usw. verurteilt worden waren. Sofern ihre Strafe
noch nicht abgelaufen war, wurden sie amnestiert, jedoch nicht, wenn ihre Verurteilung
wegen irgendwelcher Vergehen gegen Leib und Leben erfolgt ist. Schließlich gehören
zu dieser Kategorie auch Invaliden, bevorzugt ältere Jahrgänge, da diese für einen
Arbeitseinsatz nicht mehr in Frage kommen.

Bisher noch nicht entlassen wurden Kriegsgefangene, die während des Krieges in der
Abwehr tätig waren, Dolmetscher und Sonderführer, Generalstabsoffiziere (besonders
Oberste jüngerer Jahrgänge und Stabschefs), Ortskommandanten, Landesschützen,
Generäle, soweit sie sich nicht im Lager Woikowo befanden, Kriegsgefangene, die
während des Krieges im Partisaneneinsatz waren, Volksdeutsche und schließlich
Diplomaten inklusive des diplomatischen Personals und ihrer Angehörigen.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 28. November 1953

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Noch mindestens tausend deutsche Spezialisten werden von den Sowjets
widerrechtlich festgehalten, wie der West-Berliner Untersuchungsausschuß
feststellt. Es handele sich vor allem um Atomfachleute, Hochfrequenzphysiker,
Schiffbauer und Torpedokonstrukteure. Ein Teil von ihnen werde auf einer Insel
am Seligen See zwischen Leningrad und Moskau gefangen gehalten.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 28. November 1953

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