CD '17th Century Hungarian Songs'.

Familienforschung in den Ländern der ehemaligen K.u.K-Doppel-Monarchie.

CD '17th Century Hungarian Songs'.

Beitragvon -sd- » 15.10.2016, 17:20

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CD: CHANSONS HONGROISES DU XVIIe SIECLE / 17th CENTURY HUNGARIAN SONGS

I. Amatoria / Chansons Courtoises / Love Songs.
II. Moralia / Chansons Morales / Moralizing Songs.
III. Funeraria / Chants Funebres / Funeral Songs.
IV. Lamentatoria / Plaintes Amoureuses / Love Laments.
V. Flebia / Lamentations / Laments.
VI. Nuptialia / Chansons Nuptiales / Wedding Songs.

Die in der vorliegenden Auswahl zusammengestellten Stücke sind kennzeichnend
für die Volkspoesie in Ungarn im 17. Jahrhundert. Wie schon im Jahrhundert früher
fand diese Kunst ihren Ausdruck vor allem im Volkslied, wobei die Melodie als
Grundlage für die Textdichtung diente und nicht umgekehrt, oder anders ausgedrückt:
Die Volksweise insperierte den Dichter. Die im Druck überlieferten Liedersammlungen
aus dieser Zeit enthalten zwar Hinweise auf die Melodien, aber es finden sich dort nur
sehr wenige weltliche Stücke; die Liebeslieder existieren nur in literarischen Manuskripten.
Manchmal kann durch Hinweise auf bestimmte Lieder die Volksliedquelle oder eine Variante
davon in gedruckten oder handschriftlichen Tabulaturen aufgefunden werden, die für
verschiedene Instrumente in Gebrauch waren. Oft muß man sich an die im Volksgedächtnis
mündlich überlieferten Lieder halten, um im Labyrinth der Melodien die richtige zu finden.

Die Textdichter sind fast ausnahmslos unbekannte Dilettanten, die meist den Stil der berühmten
Dichter nachahmten. Inhaltlich entsprechen die Texte dem seit dem Mittelalter in Europa
gepflegten Repertoire (2 und 4) oder sie behandeln nationale Ereignisse aus der Geschichte
Ungarns (5). Die Melodienvielfalt stellt einen Streifzug durch das Musikleben Ungarns
im 17. Jahrhundert dar, und sie bedingt auch die Vielfalt der literarischen Formen:
neben den üblichen Gattungen wie dem Liebeslied, dem Klagelied, der historischen Legende,
dem Kavalierstanz oder dem Volkstanz (alle von ausgeprägt ungarischem Charakter) kommen
auch Stücke vor, die auf fremde, im ungarischen Raum angesiedelte Volksgruppen
zurückgehen (slovakische und polnische Tänze / 18 und 20). Schließlich griffen die ungarischen
Volkslieddichter dieser Zeit auch Einflüsse aus weiter westlich gelegenen Ländern auf, wie
Passacaglia (9) und Galliarde (26) italienischer Ausprägung zeigen.

Die Art der musikalischen Ausführung der auf dieser CD aufgenommenen Stücke wurde aus
Originaldokumenten rekonstruiert, und es wurde dazu auch die traditionelle ungarische
Folklore herangezogen. Der mehrstimmige Gesang ungarischer Tradition wird a capella
ausgeführt, während der Sologesang auf der Laute, der Theorbe, der ungarischen Rotta
(eine Art Zither), der Viola da gamba und der Schalmei begleitet wird.

ISTVAN SZABO / Übersetzung: Heidi Fritz


Chantées par / Sung by
MARIA ZADORI, soprano (1, 2, 4, 5, 7-11, 15, 18-20, 22-25),
LASZLO VIRAGH, tenor (22),
ENSEMBLE VOCAL ARS RENATA (3, 6, 12, 14, 16, 17, 21, 26).

QUINTANA harmonia mundi FRANCE, 1992.
QUI 903059

8 Euro plus Porto und Verpackung.

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