Adreßbuch von Stargard in Pommern von 1872 durchsuchbar.

Teilweise mit Nennung zugehöriger Orte, Landkarten, Stadtpläne.

Adreßbuch von Stargard in Pommern von 1872 durchsuchbar.

Beitragvon -sd- » 25.02.2021, 20:57

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Adreßbuch von Stargard in Pommern von 1872 durchsuchbar.

Die Stadt Stargard in Pommern war eine der wichtigsten pommerschen
Städte. Nachdem Hinterpommern 1648/53 an Brandenburg gefallen war,
wurde Stargard bis 1720 die Hauptstadt von Hinterpommern und war
bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die größte hinterpommersche Stadt.
Als Mitglied der Hanse seit 1363 gab es dort eine nennenswerte Kauf-
mannschaft, 1631/33 wurde das Gymnasium (bzw. dessen Vorläufer)
gegründet und seit der Anbindung in die Eisenbahn und der Errichtung
eines Ausbesserungswerkes lebten in Stargard viele Eisenbahner.

Die Adreßbücher, die uns ein Zeugnis der alten Stargarder Einwohner
geben können, beginnen für Stargard im Jahr 1868 - allerdings sind die
ersten Ausgaben in Deutschland offenbar nicht überliefert. Das älteste
verfügbare Adreßbuch ist der 4. Jahrgang von 1872 mit dem Titel
"Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Adreß- und Geschäfts-Handbuch
für Stargard i. Pom. auf das Jahr 1872". Dort sind im alphabetischen
Namensverzeichnis von der Stadt Stargard in Pommern "sämmtliche
Einwohner mit Ausschluß derjenigen Gewerbegehilfen, Gesellen und
Dienstboten, welche keinen eigenen Hausstand haben" genannt.

Im Dezember 1871 hatte Stargard 17.280 Einwohner, die in 3.589 Familien-
und 315 Einzelhaushaltungen lebten. Zusammen sind das 3.904 Haushalts-
vorstände, während im Namensverzeichnis des Adreßbuches 4.416 Einträge
stehen und somit noch 500 weitere Personen genannt sind. Bei den männ-
lichen Personen finden wir dort den Nach- und Vornamen, den Beruf
sowie die Anschrift mit Straße und Hausnummer. Bei 933 Frauen sind
zusätzlich die Geburtsnamen aufgeführt, wobei dort dann leider der Vor-
name fehlt. Von den Frauen waren 865 verwitwet, 182 noch unverehelicht
und 34 geschieden.

An Nachnamen (ohne die Geburtsnamen) finden wir 2071 verschiedene,
also 47 Prozent der Nachnamen überhaupt. Die allerhäufigsten waren
wieder die fünf: Schulz (62), Krüger (53), Schmidt (53), Schröder (34),
Müller (27) und dann folgen Wolff (23), Meyer (20), Neumann (20),
Matthiaß (19), Pieper (19), Michaelis (18), Wichmann (18), Tantow (17),
Zastrow (16), Gehrke (16), Lange (16), Albrecht (15), Giese (15),
Zimmermann (14), Retzlaff (13) wovon man Tantow, Zastrow und Retzlaff
als für die Gegend typische Namen betrachten kann.

Die Bewohner beschäftigten sich außer in den eingangs genannten
Bereichen natürlich auch mit dem Handwerk und der Landwirtschaft.
Die häufigsten aufgeführten Berufe sind: Arbeiter (520), Schuhmacher (171),
Bahnarbeiter (151), Ackerbürger (70), Kaufmann (70), Lokomotivführer (59),
Schlosser (49), Tischler (43), Schneider (42), Lehrer (35), Zimmergeselle (34),
Schmied (32), Maurer (30), Maurergeselle (28), Bremser (23), Gärtner (23),
Eigenthümer (22), Bäcker (19).

Die Dateneingabe hat netterweise wieder Brigitte Heße erledigt -
herzlichen Dank dafür ! Die kopierten Vorlagen haben wir wieder vom
Landesarchiv Greifswald erhalten und möchten uns an dieser Stelle auch
für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung bedanken.

Gunthard Stübs
Mailto: stuebs (at) pommern.org

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