Alt-Deutsche Schrift-Übersetzer.

Hilfen zur Übertragung 'Deutscher Schriften' in unsere heute gebräuchliche Lateinschrift.
Tages- und Monatsbezeichnungen in alten Kirchenbüchern sowie römische Ziffern.

Alt-Deutsche Schrift-Übersetzer.

Beitragvon -sd- » 11.01.2021, 16:43

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Alt-Deutsche Schrift-Übersetzer:
http://www.gda.bayern.de/DigitaleSchriftkunde/


Herzlich willkommen in der Digitalen Schriftkunde, der Lese- und
Übungsumgebung der Staatlichen Archive Bayerns. Wir präsentieren
hier ausgewählte Quellenbeispiele aus unseren Beständen, die wir
mit Entzifferungshilfen und Transkriptionen aufbereitet haben. Wir
wünschen Ihnen lehrreiche Lektüre und gewinnbringende Übungsstunden.

Zum Projekt

Das Onlineangebot "Digitale Schriftkunde" wird von den Staatlichen
Archiven Bayerns bereitgestellt und ist 2013 und 2014 von der General-
direktion der Staatlichen Archive Bayerns unter Mitarbeit des Bayerischen
Hauptstaatsarchivs sowie der Staatsarchive Amberg, Augsburg, Bamberg,
Coburg, Landshut, München, Nürnberg und Würzburg erarbeitet worden.

Das Projekt wurde durch Mittel des Staatsministeriums für Bildung und
Kultus, Wissenschaft und Kunst ermöglicht. Für die Unterstützung im
Vorfeld bedanken wir uns außerdem bei Frau Prof. Dr. Irmgard Fees,
Lehrstuhl für Historische Grundwissenschaften und Historische Medien-
kunde, und Frau Prof. Dr. Claudia Märtl, Lehrstuhl für mittelalterliche
Geschichte, beide LMU München.

Wir haben uns um eine sorgfältige Bearbeitung der hier präsentierten
Stücke und verläßliche Transkriptionen bemüht. Sollten Ihnen trotzdem
Fehler oder Versäumnisse auffallen, lassen Sie es uns bitte wissen. Das
Angebot ist zudem so angelegt, daß es zukünftig mit weiteren Lese-
beispielen ausgebaut und um weitere Funktionen ergänzt werden kann.
Über Hinweise, Anregungen und konstruktive Kritik freuen wir uns.

Archive und Schriftkunde

Wer sich fundiert mit der historischen Überlieferung beschäftigen möchte,
sei es für wissenschaftliche, heimatkundliche oder genealogische Forschung,
kommt nicht umhin, sich mit historischen Handschriften vertraut zu machen
und sie lesen zu lernen. Daß immer mehr Quellenbestände inzwischen auch
in digitalisierter Form verfügbar werden, ändert daran nichts, im Gegenteil –
auch diese wollen und müssen erst einmal entziffert werden. Der Weg in die
Archive führt auf die vielen Ausprägungen der "deutschen Schrift" vom
späten Mittelalter bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts – von den
gotischen Urkundenschriften und Kanzleikursiven des 13. bis 15. Jahrhunderts
über die Kurrentschriften der Frühen Neuzeit bis zur "Sütterlin", der deutschen
Schul- und Musterschrift seit 1915. Er führt aber auch auf lateinische Schriften
und Texte, vor allem bei allen Forschungen zur mittelalterlichen Geschichte,
aber auch zu allen Fragen der Kirchen- und Klostergeschichte. Die akademische
Lehre der Paläographie und das von ihr entwickelte Instrumentarium der
Schriftbeschreibung und Entzifferung haben sich hauptsächlich auf die Schriften
des Mittelalters fokussiert und dabei vor allem die Herrscherurkunden und die
Handschriften der Skriptorien in den Blick genommen. Weit dünner gesät sind
Lehrmaterialien, die auch die Schriften seit 1500 adäquat mitbehandeln und
auch die Dokumente des Verwaltungsalltags abdecken, für die die Forscher
in den Lesesälen den größten Teil ihrer Zeit aufwenden. Das Fachwissen, mit
dem sich diese Lücke schließen läßt, wird nicht zuletzt in den Archiven selbst
gepflegt und gelehrt. In der Archivarsausbildung der Bayerischen Archivschule
bzw. des Fachbereichs Archiv- und Bibliothekswesen an der Fachhochschule
für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern etwa bilden die deut-
sche und lateinische Paläographie nach wie vor Ausbildungsschwerpunkte.
Mit der "Deutsche Schriftkunde der Neuzeit" von Elisabeth Noichl und Christa
Schmeißer (2007) haben die Staatlichen Archive Bayerns bereits ein quellen-
basiertes Übungsbuch vorgelegt.

Was bietet die Digitale Schriftkunde ?

Mit diesem Angebot möchten wir daran anknüpfen, aber auch den nächsten
Schritt in die digitale Welt machen: Deshalb soll es zum einen einen zeitge-
mäßen Einstieg in die Schriftkunde bieten, der von der Flexibilität des digi-
talen Mediums lebt: Wir haben uns bemüht, Text-Bild-Ansichten so umzu-
setzen, daß Leseübungen am Bildschirm komfortabel möglich werden. Im
Zentrum steht immer die Abbildung des Archivales. Die verschiedenen Text-
und Markierungsfunktionen, die wir umgesetzt haben (siehe unten), können
Sie dann ganz nach Wunsch verschieben und flexibel zu- oder abschalten.
Nach etwas Ausprobieren haben Sie, so hoffen wir, die Bildschirmaufteilung
gefunden, in der Ihnen das Entziffern am leichtesten fällt. Die Schriftbeispiele
sind nach ihrem Schwierigkeitsgrad kategorisiert und können so sortiert und
angewählt werden. Wer möchte, kann mit leichten Beispielen anfangen und
sich zu den schwersten Stücken durcharbeiten.

Zum zweiten soll Schriftkunde hier nicht als akademische Schriftgeschichte
und -analyse betrieben werden, sondern wir möchten zeigen, wie man
typische Quellenbeispiele aus der archivischen Überlieferung liest. Diese
können durchaus grafisch ansprechend oder gar prächtig ausfallen, sind in
Layout, Sprache und im Schriftstil aber doch normalerweise Produkte einer
zweckgebundenen, verwaltenden oder rechtssetzenden Schriftlichkeit. Die
Stücke sind deswegen zusätzlich nach der hergebrachten archivwissenschaft-
lichen Quellentypologie kategorisiert, und wir haben uns bemüht, die
wichtigsten Überlieferungsbildner und die verschiedenen regionalen Über-
lieferungslandschaften Bayerns zu berücksichtigen, soweit dies im Rahmen
einer begrenzten Auswahl möglich war. In diesem Sinne dienen auch die
kurzen Kommentare zu den Schriftbeispielen einer ersten Einordnung der
Stücke in ihren Entstehungs- und Funktionszusammenhang. Indem die
schriftkundliche Beschreibung mit der archivischen Einordnung verbunden
wird, soll, soweit das in der Kürze möglich ist, die Frage beantwortet werden:
Warum wurde dieses Schriftstück gerade so, und nicht anders, geschrieben ?

Die Arbeit mit handgeschriebenen historischen Quellen funktioniert erfahrungs-
gemäß am besten in zwei Schritten: Zunächst geht es darum, eine ungewohnte
Schrift verläßlich entziffern zu lernen. Erst im zweiten Schritt kann man daran
gehen, ein Quellenstück in einen originalgetreuen, aber auch gut lesbaren
Text zu übertragen, der dann auswertbar wird. Diesen Schritten versuchen wir,
mit den beiden alternativ oder parallel nutzbaren Modi "Entzifferung" und
"Transkription" gerecht zu werden:

Der Entzifferungsmodus

Die Übertragung ist in diesem Modus strikt buchstabengetreu, um die Ent-
zifferung Stück für Stück selbst üben und nachvollziehen zu können. Groß-
und Kleinschreibung sind strikt vorlagengetreu übernommen, ebenso die
Zeichensetzung. Was vom Schreiber abgekürzt wurde, ist immer durch
runde Klammern gekennzeichnet. Im Entzifferungsmodus steht Ihnen zusätz-
lich die Funktion "Text-Bild-Verknüpfung" zur Verfügung: Wenn Sie sie zuschalten,
erscheint ein Rahmen, den Sie zeilenweise über die Vorlage verschieben können.
Die zugehörige Passage der Entzifferung wird entsprechend farbig hervorge-
hoben, so daß Sie sich leicht in der Vorlage orientieren und sie sich Stück für
Stück erarbeiten können.

Der Transkriptionsmodus

Im Transkriptionsmodus bietet wir Ihnen einen weitgehend originalgetreuen,
aber behutsam nach modernen Lesegewohnheiten normalisierten Quellen-
text, wie er etwa in historischen Editionen üblich ist: Für Quellentexte vor
1800 wird außer an Satzanfängen und für Orts- und Personennamen immer
klein geschrieben, eindeutige Abkürzungen sind ohne Kennzeichnung aufgelöst,
Satzzeichen werden sinngemäß gesetzt. In lateinischen Texten ist die Verwendung
von u und v normalisiert, ebenso in deutschen Texten nach 1450: uia wird trans-
kribiert als "via", vrbs als "urbs", aus vnd allem andern geuolgen wird "und
allem andern gevolgen". Angewandt wurden hier die jeweiligen Transkriptions-
regeln, die auch für den Unterricht und die Prüfungen in der Bayerischen Archiv-
schule gültig sind.

Die Funktion "Schreiberhände"

Bei einem Teil der Beispiele haben wir zusätzlich eine experimentelle Markierungs-
funktion umgesetzt: Die Schriftanteile unterschiedlicher Schreiber erscheinen
sowohl in der Markierung des Originals als auch in Entzifferung und Transkription
in korrespondierenden Farben. Vor allem bei den jüngeren Stücken aus behörd-
lichen Vorgängen möchten wir so die Entstehungs- und Bearbeitungsschritte eines
Schriftstücks anschaulich machen und einen ersten Einstieg in die Analyse akten-
kundlicher Zusammenhänge bieten.

Projektteam. Projektteam Deutsche Schriftkunde
Projektleitung und Redaktion: Susanne Wolf

Wissenschaftliche Bearbeitung, Transkriptionen:
Ellen Bošnjak, Magdalena Weileder.

Mitarbeit bei der Textredaktion: Sabine Frauenreuther,
Nicola Humphreys, Elisabeth Noichl, Till Strobel.

Projektteam Lateinische Schriftkunde
Projektleitung und Redaktion: Julian Holzapfl.

Wissenschaftliche Bearbeitung, Transkriptionen:
Ullrich Lindemann, Katharina Wolff.

Mitarbeit bei der Textredaktion: Hannah Hien, Christine Kofer.

Technische Umsetzung, Webdesign: Jochen Graf.

Technisches.
Für die Erstellung des Angebots wurde die kollaborative Transkriptions-
plattform TextGrid verwendet. Die Textauszeichnung sowie die Text-Bild-
Verknüpfungen in XML basieren auf Elementen der Text Encoding Initiative
(TEI).

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