Holländereien und Schulzendörfer im Netzedistrikt (1772).

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Holländereien und Schulzendörfer im Netzedistrikt (1772).

Beitragvon -sd- » 10.03.2010, 18:04

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Karte der im 13. und 14. Jahrhundert begründeten
deutschrechtlichen Dörfer und Städte im Lande Posen:
http://www.unsere-ahnen.de/hilfe/Posen_ ... Karte1.pdf

Karte der im 16., 17. und 18. Jahrhundert begründeten
Holländereien und Schulzendörfer im Netzedistrikt (1772):
http://www.unsere-ahnen.de/hilfe/Posen_ ... Karte2.pdf


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Die Holländereien waren keine Siedlungen von Holländern. Ich habe den Tex von
der Seite http://www.netzekreis.de kopiert. Die Holländerdörfer (Holländereien):

Ganz anders gestaltete sich dagegen die Anlage der sog. Holländerdörfer
(Holländerei = Weide -, und Wiesenwirtschaft), wie Uschhauland, Putzighauland,
Neuhöfen, Follstein, Marien - und Ehrbardorf u.v.a. Sie entstanden als Streu-
siedlungen oder Straßendörfer vorwiegend am Talrand der breiten Netzeniederung.

Es waren vor allem niederdeutsche Siedler, im Deichbau und der Sumpf- und
Wiesenregulierung erfahren, die sich hier niederließen und sich selber "Holländer"
nannten. Im Gegensatz zu den Schulzendörfern trat hier der Siedler direkt vor den
Grundherrn und schloß mit ihm den Siedlungsvertrag ab, der Kauf, Pacht, Verkauf,
Vererbung oder Befreiung von Hand- und Spanndiensten regelte. Auch die Berufung
von Schöffen, Lehrern, Geistlichen und des Dorfoberhauptes, sowie den freien
Schul - und Kirchenbau behielten sich die Holländer-Bauern vor. So bezeichnet
man als "Holländerdorf" (Holländerei) vor allem die Rechts - und Wirtschaftsform
des betreffenden Ortes, keineswegs die Herkunft der Siedler.
Ferner findest Du Erläuterungen in Meyers Konversationslexikon 1888 unter
Hauländerei und Holländerei.

Dieter Bentz, Essen

-

Moin Dieter Bentz,

> Es waren vor allem niederdeutsche Siedler, im Deichbau und der Sumpf - und
> Wiesenregulierung erfahren, die sich hier niederließen und sich selber "Holländer"
> nannten.

Die Diskussion um "Holländer" tritt immer wieder auf, da man sich der Bedeutung
nicht hundertprozentig sicher sein kann und sie in unterschiedlichen Regionen auch
unterschiedlich sein kann. Grundsätzlich stimme ich Dir zu:

In dem von uns betrachteten Gebiet handelt es sich nicht um Niederländer - dies
trifft höchstens für die untere Weichsel zu - sondern sie sind nach der Wirtschafts-
form benannt. Aber auch um Deichbau-Erfahrene Norddeutsche handelt es sich
nicht. Warthe- und Netzebruch wurden im 18. Jahrhundert urbar gemacht und
besiedelt, wobei die Siedler ganz überwiegend aus "Polen" kamen, d.h. aus Gebie-
ten unmittelbar hinter der Grenze, in die sich ihre Vorfahren im 30jährigen Krieg
geflüchtet hatten (Kolonisten-Listen liegen ja vielfach vor).
Siehe auch http://wiki-de.genealogy.net/wiki/Holländer

Gerd Schmerse
Moderator Neumark-L / Leiter FST Neumark

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