Verwundetentransporter 'Steuben'.

Suche nach Vermißten und Toten der Weltkriege.

Verwundetentransporter 'Steuben'.

Beitragvon -sd- » 24.01.2013, 16:18

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Hallo, Herr Franz !

Es ist immer wieder bereichernd und erfreulich, von Ihnen zu hören
oder zu lesen. Ich hoffe sehr und bitte darum, daß ich Ihre ergänzende
Information ebenfalls wieder in meine Stichwort-Sammlung aufnehmen
und im Bedarfsfall weitergeben darf.

Heute habe ich wieder einmal zusammengestellt, was ich inzwischen
alles zum Thema 'Gustloff-Tragödie' gesammelt habe.

Für Sie und Ihre Gesundheit weiterhin alle guten Wünsche.
Ihr Dieter Sommerfeld



Betreff: 'Wilhelm Gustloff' / 'Steuben'

Guten Tag Herr Sommerfeld,

alles, was ich maile, ist kein Geheimnis und kann jederzeit,
auch ohne erst eine Erlaubnis einzuholen, weitergegeben werden.


Ihr Karl J. FRANZ
Mailto: karl_j.franz@t-online.de



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Verwundetentransporter 'Steuben'.

Dem 'National Geographic Magazin' habe ich den Originalbericht des Geleitfahr-
zeugs, dem Minensucher M 371 (frühere Kennung TS 1) aus der Funkkladde
angeboten und nie wieder etwas dazu gehört.

Der Untergang fand am 10. Februar 1945 fast an der Stelle des Untergangs
der 'Wilhelm Gustloff' statt
, und es war das gleiche russische U-Boot.

Die Besatzung des Minensuchers rettete unter erschwerten Bedingungen
(schlechtes Wetter, eisige Kälte und die Verwundeten konnten sich wegen
ihrer Verbände nicht selbst an Bord des Minensuchers retten, sie mußten
einzeln aus dem Wasser der Ostsee geholt werden) etwa 510 Schiffsbrüchige.

Während der Rettungsaktion versuchte das ebenfalls den Transport begleitende
Torpedoboot T 196 das russische U-Boot abzudrängen.

Die Geretteten wurden in Kolberg an Land gegeben. Vom Minensucher M 371
leben heute noch etwa 35 Besatzungsmitglieder.

Karl J. Franz
Mailto: karl_j.franz@t-online.de

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Hallo Herr Sommerfeld,

in dem Buch von Heinz Schön (Zahlmeister-Assistent auf der 'Gusloff') und einer
der Geretteten, wird auch über den Untergang des Verwundetentransporters
'Steuben' berichtet und zwar teils falsch. Herr Schön gibt als Quelle dafür drei
englische Autoren an, die leider falsch recherchiert haben und den modernen
Minensucher TS 1 (eigentliche Kennung M 371) zu einem Torpedofangboot TF 10
deklarierten. TS 1 hat 510 meist Verwundete noch aus dem Wasser holen können
und in Kolberg ins Lazarett abgeliefert. Die Berichte dazu und die Funkkladde
des TS 1 habe ich in meinen Akten.

Ihr Karl J. Franz

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Verwundetentransporter 'Steuben' - Untergang 10.2.1945.

Zur 'Steuben' gab es keine komplette Passagierliste mehr, da die Zeit zur
Registrierung nicht reichte. Ich habe den Originalbericht (Funkspruch) des
begleitende Minensuchers TS 1 (normale Kennung M 371) in meiner Akte
und Anschriften und Berichte einiger der geretteten Verwundeten und
Besatzungsmitglieder. Ich betreue heute noch die Besatzung des Minen-
suchers, der die 'Steuben' zusammen mit dem Torpedoboot T 196 von Pillau
geleitete. TS 1 lieferte die von ihm geretteten 510 Verwundeten und Besat-
zungsmitglieder in Kolberg im Reservelazarett 5 ab und von wo sie weiter-
geleitet worden sind. In Fernsehberichten und einigen Büchern wurde fälsch-
licherweise aus TS 1 ein TF 1o (TF steht für Torpedofangboot). TS 1 war
ein moderner Minensucher der M 43-Klasse und erst im Dezember 1943 bei
Schichau, Königsberg, in Dienst gestellt.

Karl J. Franz

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Guten Morgen, Herr Sommerfeld,

besten Dank, dieser Link war mir noch nicht bekannt obgleich in meinem
Bücherschrank das Buch vom Autor Schön, der ja Zahlmeister-Assi an Bord
war und überlebte, und auch andere Literatur stehen habe.

Außerdem war mein älterer Bruder, der auf einem Minensucher diente an der
Unfallstelle, um nach Überlebenden zu suchen. Leider vergeblich, nur zu Eis
Erstarrte in Rettungsmitteln. Um wenige Tage danach als Geleitführer des
Verwundetentransporters 'Steuben' von Pillau her diesen an fast der gleichen
Stelle und vom gleichen russ. U-Boot am 10.2.1945 versenkt zu bekommen.
Der Minensucher, der schon mit Flüchtlingen vollgestopft war, rettete in wag-
halsigen Manövern noch 510 Schiffbrüchige, meist Verwundete, die nicht selbst
über die Bordwand auf das Deck gelangen konnten
. Ich betreue heute noch
die Besatzung des Minensuchers, fand jetzt etliche der Geretteten und brachte
alle zusammen.

Mit besten Grüßen
Ihr Karl J. Franz
(Ein in den Norden verschlagener bayerischer Franke.)
Mitglied: Franken GF 1204 / Hamburg GH 4405 / Ostdeutschland AO 3091/
Computer Genealogie Compgend 1143

Mailto: karl_j.franz@t-online.de

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Mädelhoifen, Eisingen, Aschaffenburg, Hamburg.
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