Was ist ein Eigenkäthner ?

Was ist ein Eigenkäthner ?

Beitragvon -sd- » 27.08.2017, 20:29

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Wer kann mir sagen, was ein Eigenkäthner ist ?

Siehe:
http://www.westpreussen.de/forschungshi ... berufe.php

Hans-Jürgen Wolf, Bremen
Hinweise zur Familienforschung in Westpreußen
http://www.westpreussen.de

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Alte ostpreußische Bauern-Gliederung.

Beitragvon -sd- » 10.04.2018, 19:10

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Alte ostpreußische Bauern-Gliederung.

Wer eine alte Chronik liest oder in Familienpapieren blättert, stößt auf
verschiedene Benennungen, die früher im ostpreußischen Bauernstand
üblich waren. Einige seien hier erklärt:

Rittergutsbesitzer: Bis zum 9. Oktober 1807 durften nur Adelige Rittergüter
besitzen; seit einem damals gegebenen Erlaß war jedermann dazu berechtigt.
Die Rittergutsbesitzer der Provinz bildeten bei den Landtagen den ritterschaft-
lichen Stand und durften eine besondere Uniform tragen.

Köllmer
oder kölmische Gutsbesitzer hießen die Eigentümer von kölmischen
Bauerngütern
, die durch das Kulmische Privilegium von 1233 begünstigt
waren. Es gab auch kölmische Dörfer.

Die Kölmer von Chatull-Gütern. Diese Grundstücke entstanden durch die
Hergabe von Waldland zur Rodung und Bebauung, wofür ein Zins an die
Chatulle (Schatulle = Vermögen des Monarchen im Gegensatz zum Staats-
besitz) des Landesherrn entrichtet werden mußte.

Hochzinser wurden die Bewohner königlicher Bauerndörfer genannt, deren
Grund und Boden dem Landesherrn gehörte. Die meisten dieser Dörfer ließ
Friedrich Wilhelm I. anlegen. Der König ordnete an, daß zu jeder ihrer Hof-
stellen zwei bis drei preußische Hufen zu je 15 Hektar Land gehören sollten.

Die Eigenkätner, auch Büdner genannt, besaßen ein kleines Haus mit Stall-
und Scheunenraum. Sie wurden durch Friedrich den Großen sehr gefördert,
der die "kleinen Ackerfamilien" oftmals bei Domänen-Vorwerken ansetzte.

Unter Gärtner verstand man nicht den heute unter dieser Bezeichnung gel-
tenden Berufsstand. Sie arbeiteten – wie auch die Instleute – für Lohn,
Deputat und Wohnung auf den Höfen.

Quelle: OSTPREUSSENBLATT, 19. Oktober 1957

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Re: Was ist ein Eigenkäthner ?

Beitragvon -sd- » 06.11.2019, 21:56

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Am 29.07.2013 schrieb T. M.:

Als Köllmer war dein Vorfahr ein selbständiger (freier) Landwirt.

Wenn ein Köllmer sein Gut an einen Nachfahren weitergab, wurde er danach
zum sogenannten "Altsitzer". Ein Losmann war ein Landarbeiter, der keinen
eigenen Besitz hatte und sich auf Gütern und großen Höfen in der Regel als
Tagelöhner verdingte. Hier gilt es allerdings, den Ereigniszeitraum zu beach-
ten.

Gut möglich, daß er sich mit seinen Erben verstritten hatte und dann eben
nicht, wie üblich, als Altsitzer auf dem Gut verblieb, sondern sich selbst
noch ein Einkommen als Losmann verschaffen mußte.

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Den Text zu den Köllmern kannst du gern übernehmen. Für dich vielleicht
noch interessant, eine genaue Beschreibung der bäuerlichen Schichten,
die du in meiner Dissertation finden kannst (Kapitel 3.1.6, S. 54).
Da habe ich das damals alles mal genau auseinanderklamüsert.
https://repositorium.ub.uni-osnabrueck. ... ettner.pdf

Tina
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