Zeitgleiche Geschwistertaufe verschiedener Geburtsjahre.

Zeitgleiche Geschwistertaufe verschiedener Geburtsjahre.

Beitragvon -sd- » 31.01.2016, 16:45

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Ich habe aus dem Kirchenbuch Rüdersdorf-Kalkberge Geburten, bei denen
in einer Familie ab dem dritten Kind diese erst Jahre später getauft wurden.
Die ersten beiden 1878 (unehelich) und 1882 (ehelich) geborenen Kinder
wurden innerhalb weniger Wochen nach der Geburt getauft. Die danach
geborenen Geschwister (1885, 1889, 1985, 1896 und 1899) wurden alle
gemeinsam erst im April 1901 getauft. Der Eintrag in das Kirchenbuch war
im jeweiligen Jahr der Geburt, die Taufe wurde wohl nachgetragen.

Der 1885 geborene Sohn hat diese "Tradition" beibehalten und seine 1907,
1911 und 1913 geborenen Kinder erst im Februar 1914 taufen lassen.

Hat jemand eine Erklärung, was der Grund gewesen sein könnte ?
Hat jemand schon einmal einen ähnlichen Fall gehabt ?


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Das kann viele Gründe gehabt haben: häufiger Ortswechsel (z.B. bei Arbeiterfamilien).
Viele Arbeiterfamilien haben sich in dieser Zeit "von der Kirche entfernt", (es war ihnen
egal, ob die Kinder getauft waren), kamen dann aber in einen Ort, wo der Pfarrer
"Druck gemacht hat", die Kinder taufen zu lassen (spätestens, wenn mit 14 Jahren
die Konfirmation anstand).

Auch eine Nähe zu "anderen christlichen Religionen" kann eine Rolle gespielt haben.
(Es gibt welche, die die Kindstaufe ablehnen, und nur Erwachsenen taufen).

Ich habe auch den Fall, daß Kinder zweimal getauft wurden, an zwei verschiedenen
Orten, wie sich dann später herausstellte.

Klaus Euhausen, Hennigsdorf

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Einen derartigen Fall habe ich auch bei meinen Ahnen. Ursache war die unvorstellbare
Armut der Familie (Flensburg um 1880). Als Taufpaten traten die älteren Geschwister
auf, weil man keine Paten einladen konnte .

Gisela Langfeldt

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Hallo Dieter, ja, kannste machen. Gruß an die Elbe. Klaus Euhausen, Hennigsdorf.

Hallo Dieter, bin einverstanden und finde auch 'Geschwistertaufen'
als passenden Begriff. Gruß, Gisela Langfeldt




Ergänzende Hinweise:
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Dieses war / ist bei evangelisch-freikirchlichen Gemeinden möglich / üblich.
Manche Kinder werden / wurden auch noch im vorangeschrittenen Alter getauft /
eingesegnet.

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Mit Gläubigentaufe (auch: Glaubenstaufe, Erwachsenen-, Heranwachsenden- und
Mündigentaufe) wird eine Taufe bezeichnet, die an Taufbewerbern vollzogen wird,
die ihre Taufe bewußt selbst begehren.

Sie ist in vielen taufgesinnten Kirchen, Freikirchen und christlichen Gemeinschaften
die Regel. Die deutschen Großkirchen und einige Freikirchen taufen auf Wunsch
der Eltern, die zusammen mit den Paten versprechen die Täuflinge im christlichen
Glauben zu erziehen, auch Kinder, die ihren Glauben noch nicht selbst ausdrücken
können (siehe Kindertaufe). Parallel dazu wird aber auch die Erwachsenentaufe
bei ungetauften religionsmündigen Taufbewerbern praktiziert.

Quelle: Wikipedia > https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%A4ubigentaufe

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