Was sind Kirchenbuch-Duplikate ?

Was sind Kirchenbuch-Duplikate ?

Beitragvon -sd- » 26.06.2012, 13:42

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Was sind Kirchenbuch-Duplikate und was beinhalten sie ?

Ich wollte nur schnell eine Frage zu Kirchenbuch-Duplikaten loswerden.
Sind dies reine Abschriften der Originale oder kann man darin auch zu-
sätzliche Informationen finden, die in den Originalen nicht vorhanden sind ?


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Die Anlegung von Kirchenbuchduplikaten wurde mit der Einführung
des Preußischen Allgemeinen Landrechts 1794 staatlich verordnet
.

Gerd Schmerse *)

*) Gerd Schmerse starb am 2. Dezember 2011.

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Kirchenbuch-Duplikate sind Abschriften des Originals, können daher
nicht mehr Infos haben, höchstens weniger oder verfälschte, wenn
der Abschreibende geschludert hat. In vielen Fällen sind KB-Dupklikate
jedoch Ersatzquelle, wenn die Originale verloren gegangen sind.

Rainer Doerry, Walluf
http://www.rainer-doerry.de/Ahnenforschung/

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Die Führung der Kirchenbücher war durch den napoleonischen
'Code Civil', der in Polen ab 1809 galt, ganz genau geregelt.
Kirchenbuch-Kopien sind Abschriften der Originale in der jeweiligen
Amtssprache (zuerst Polnisch, später Russisch). Die waren vom
Pfarrer, der ja auch Standesbeamter war (Urzadnik stanu cywilnego),
an die Verwaltung abzuliefern (wohin genau ?).

Ähnlich war das auch in Preußen vor 1874. Die Abschriften wurden
aber anscheinend nicht immer von ihm selber, sondern wohl auch
von den Kantoren gefertigt. Das läßt sich manchmal am Schriftbild
der Indexlisten erkennen. Je nachdem, wie genau es der (Ab-)
Schreiber mit der Amtsprache nahm, gab es die abenteuerlichsten
"Übersetzungen" der Namen. Originalbücher der evangelischen
Kirchengemeinde sind nur äußerst selten erhalten. Umso glücklicher
können wir uns schätzen, daß Kopien erhalten sind. Aus den Index-
listen läßt sich manchmal ablesen, daß auch eine Kartei geführt wurde.
Die Zettel dieser Kartei waren wohl diejenigen, die wirklich "original"
waren. In der Kartei wurden auch 'Belegakten' gesammelt (z.B.
wenn die Zustimmung des Kreisregenten zu einer Heirat erforderlich
war).

Reiner Kerp
im web: http://reiner-kerp.de

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