Danzig, meine Heimat !

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Danzig, meine Heimat !

Beitragvon -sd- » 26.03.2020, 19:29

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Wo die Weichsel mündet und die Möwe fliegt,
wo der große Schutt- und Trümmerhaufen liegt,
wo Ruinen stehen nur noch Stein auf Stein,
da ist meine Heimat, da stand einst mein Heim.

Wo die Flieger kreisten tief am Firmament,
wo die Bomben fielen und die Stadt so brennt,
wo die Scheiben klirrten und das Licht ging aus,
da war meine Heimat, da stand einst mein Haus.

Wo geschändet wurden schmählich Weib und Kind,
wo so viele Opfer zu beklagen sind,
wo so viele Augen voller Tränen stehen,
da ist meine Heimat, zu ihr will ich gehen.

Wo so viele Nöte auf gen Himmel schrei'n,
wo in Trümmern liegt fast jedes Bürgerheim,
wo so viele Opfer ließen Hab und Gut,
Danzig meine Heimat, bin trotzdem dir gut.

Wo die Mottlau fließt und wo der Fischmarkt stand,
wo das alte Krantor, wo ich einst mein Mädel fand,
alles ist zerschossen, alles ist dahin,
trotzdem sag ich's freundlich, daß ich Danziger bin.

Wo die stolze Jugend mußte glauben dran,
und der Russe doch die schöne Stadt gewann,
alles ist so trübe, alles öd und leer;
denn mein schönes Danzig, du bist jetzt nicht mehr.

Wo die Ostseewellen rauschen an den Strand,
liegt das schöne Danzig, einst mein Heimatland.
Die Augen voller Tränen, und das Herz ist schwer,
Dich mein altes Danzig, seh ich nimmermehr.

Und sollt' ich einst in weiter Ferne sein,
ewig, ewig Danzig, Danzig denk' ich dein.
Sollte man mich fragen, sag, wo kommst du her ?
Stolz will ich dann sagen: "Von Danzig, dort am Meer."

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