Juden in Allenstein.

in Orten der Kreise Allenstein, Braunsberg, Heilsberg und Rößel.

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Juden in Allenstein.

Beitragvon -sd- » 16.03.2017, 09:01

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Juden in Allenstein.

Die Konvention von Bischof Moritz Ferber vom 22. September 1526, nach der
Nichtkatholiken sich nur vorübergehend, d. h. weniger als ein Jahr, im Ermland
aufhalten durften, traf nicht nur auf Protestanten, sondern in besonderem
Maß auch auf Juden zu. Bis ins 18. Jahrhundert hinein gab es allenfalls Schutz-
juden, deren Aufenthalt durch besondere Vereinbarungen mit dem Herzog,
dem Fürstbischof oder dem Domkapitel und entsprechenden Geldzahlungen
ausdrücklich genehmigt war. Das waren nur vereinzelte Juden. Erst im Rahmen
der Stein-Hardenbergschen Reformen erreichten die Juden durch das Edikt vom
11. März 1812 schrittweise die Gleichstellung mit den christlichen Mitbürgern.

In Allenstein entstand schon früh eine größere jüdische Gemeinde. Sie war ab
1840 die größte des Ermlands. In der Reichsprogromnacht 1938 wurde die 1877
errichtete Synagoge in Allenstein abgebrannt, in der Ruine später ein Splitter-
schutz gegen Luftangriffe eingerichtet.

Die Nationalsozialisten sammelten die ostpreußischen Juden aus Allenstein
und Südostpreußen in einem Ghetto in der Liebstädter Straße in Allenstein.
In drei Transporten wurden sämtliche verbliebenen ostpreußischen Juden von
Allenstein aus abtransportiert, und zwar am 24. Juni, am 2. August und am
24. August 1942. Ihr Verbleib ist meist ungeklärt. Die meisten dürften in den
Vernichtungslagern umgekommen sein. Für Einzelheiten siehe: Aloys Sommer-
feld 'Juden im Ermlandihr Schicksal nach 1933', erschienen 1991 im Beiheft
10 der Zeitschrift für die Geschichte und Altertumskunde Ermlands.

Für die im Jahr 1932 etwa 500 jüdischen Einwohner gab es eine Synagoge in
der heutigen Grunwaldzka-Straße südlich der Altstadt jenseits der Alle (Lyna).
Der jüdische Friedhof befand sich unweit westlich in der heutigen Zyndrama-
Maszkowic-Straße, ehemals Seestraße. Er wurde bereits 1818 angelegt. Hier
errichtete man nach Plänen von Erich Mendelsohn 1911 - 1913 dessen erstes
architektonisches Werk, die Jüdische Leichenhalle von Allenstein.

Der jüdische Friedhof in Allenstein neben der Mendelsohn'schen Leichenhalle
hatte erstaunlicherweise die Nazi-Ära überlebt, auch wenn er bereits am 2.
Februar 1936 geschändet worden war. Während der Nachkriegszeit wurden
jedoch die vielen eindrucksvollen Grabsteine nach und nach für andere Zwecke
verwendet oder für andere Grabstellen umgearbeitet und der Friedhof letztlich
eingeebnet. Heute befindet sich hier eine Grünfläche.

Quelle: http://www.ostpreussen.net/index.php?seite_id=24&p_b=S

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