Die Neumark. (Meyers Konversations-Lexikon.)

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Die Neumark. (Meyers Konversations-Lexikon.)

Beitragvon -sd- » 21.06.2020, 12:47

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Ich sehe beim Mitlesen, daß die Einträge aus dem 'Meyers von 1906'
für viele Mitglieder hilfreich sind. Deshalb auch von mir noch etwas
Altes zur Neumark und zu Lebus.
Eine ältere Quelle - Der Meyers von 1899- steht online zur Verfügung:
http://www.meyers-konversationslexikon.de/

Gruß aus Berlin, Reiner Janisch

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Neumark, ein Teil der Mark Brandenburg, im Westen durch die Oder von
der Mittel- und Ukermark geschieden, im Norden an Pommern, im Osten
an Pommern und Polen, im Süden an Schlesien und die Niederlausitz
grenzend, bestand aus den sieben alten Kreisen Soldin, Königsberg,
Landsberg, Friedeberg, Arnswalde, Dramburg und Schievelbein (8440 qkm)
und den vier später einverleibten Kreisen Sternberg, Krossen, Züllichau und
Kottbus, zusammen 13.750 qkm (249 QM.) mit etwa 330.000 Einwohner.
Die Hauptstadt war Küstrin.

Die Neumark, ursprünglich nur rechts der Oder und nördlich von Warthe
und Netze, gehörte anfangs zu Pommerellen, ward 1260 von den branden-
burgischen Markgrafen Johann I. und Otto III. erworben und germanisiert,
befand sich aber 1402-1455 infolge Kaufs im Besitze des Deutschen Ordens.

Die Benennung »Land jenseit der Oder« war schon 1385 dem Namen
»Neumark« gewichen. Die umfangreichen Besitzungen der Templer gingen
1308 an den Johanniterorden über. Als Joachim I. 1535 seinem jüngeren
Sohn, Johann, die Neumark vererbte, vergrößerte er sie durch das Land
Sternberg, das Fürstentum Krossen und die Herrschaften Kottbus und
Peitz. Johann führte 1536 die Reformation ein. Nach seinem Tode (1571)
fiel die Neumark an Brandenburg zurück und teilte fortan alle Schicksale
dieses Landes. Seit der neuen administrativen Einteilung Preußens macht
die Neumark den größten Teil des Regierungsbezirks Frankfurt a. O. aus,
nur die Kreise Schievelbein und Dramburg sind dem Regbez. Köslin über-
wiesen. Vgl. Hoffmann, Topographie der Neumark (Züllich. 1815); Voigt,
Die Erwerbung der Neumark (Berl. 1863); Melcher, Geschichte der nord-
westlichen Neumark (Königsberg i. d. Neumark 1894); »Schriften des
Vereins für Geschichte der Neumark « (Landsberg 1892 ff.), daraus Heft 6:
Höhnemann, Landeskunde der Neumark (1897); »Geschichte der Neumark
in Einzeldarstellungen«, Bd. 1 u. 2: Schwartz, Die Neumark während des
Dreißigjährigen Krieges (das. 1902), Bd. 3: v. Nießen, Geschichte der
Neumark im Zeitalter ihrer Entstehung und Besiedlung (das. 1905).

[Lexikon: Neumark, S. 2. Digitale Bibliothek Band 100: Meyers Großes
Konversations-Lexikon, S. 138338 (vgl. Meyer 1906 Bd. 14, S. 565)]

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