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Deutsche Ansiedler in Polen um 1772.

BeitragVerfasst: 22.02.2019, 21:37
von -sd-
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Deutsche Ansiedler in Polen um 1772.

Unter der Quelle http://wiki.genealogy.net/wiki/Geschich ... ichs_Polen
findet sich die nachfolgende Passage:

… Da vereinigten sich Rußland, Österreich und Preußen im Jahr 1772 zur 'Ersten
Teilung Polens'. Rußland nahm Weißrußland, Österreich Galizien und Preußen
den Netzebezirk, Westpreußen (außer den Städten Danzig und Thorn) und das
Ermland. Der neue Länderbesitz stellte nicht nur die Verbindung zwischen dem
preußischen Hauptlande und Ostpreußen her, sondern brachte auch die Herr-
schaft über den Weichselstrom. Das neu erworbene Land befand sich indes in
einem schrecklich verwahrlosten Zustand. In einem öffentlichen Bericht vom
Jahre 1773 heißt es darüber: "Durch unaufhörliche Kriege und Fehden der ver-
gangenen Jahrhunderte, durch Feuersbrünste und Seuchen, durch mangelhafte
Verwaltung war das Land entvölkert und entsittlicht". Die alten festen Städte,
sogenannte Schlösser, lagen in Schutt und Trümmern, ebenso die meisten
kleinen Städte und Dörfer. Der Bauernstand war ganz verkommen. Einen Bürger-
stand gab es gar nicht. Die Äcker waren ausgesogen, voller Unkraut und Steine,
die Wiesen versumpft, die Wälder unordentlich ausgehauen und gelichtet, das
Land wüst und leer. In den meisten Städten gab es fast dreimal so viel wüste
Baustellen und Gebäude. Die alten deutsche Ansiedlerstadt Bromberg zählte
nur 600 ärmliche Bewohner. Einem solchen Landstriche war die Hilfe des
großen Königs die Rettung vom Untergang. Um dem Land aufzuhelfen, beför-
derte Friedrich der Große in jeder Weise den Zuzug deutscher Ansiedler. Aus
der Pfalz, aus Schwaben, Schlesien, Thüringen und Mecklenburg wanderten
viele fleißige Ackerbauer und geschickte Handwerker ein …

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Einzelne Adelsvereinigungen (Konföderationen) bekämpften sich gegenseitig,
und Religionsstreitigkeiten verschärften die Feindschaft. Es kam zu einem
furchtbaren Bürgerkrieg.

Diese schwierige Lage Polens nützten Rußland, Preußen und Österreich aus.
Es kam zu der ersten Teilung Polens (1772) zu der sich die drei
Großmächte durch Bestechung sogar die Zustimmung des polnischen Reichs-
tages erkauften. Westpreußen (ohne Danzig und Thorn), das Ermland und der
Netzegau kamen damals an Preußen. Es war altes deutsches Kulturland, das
der Deutsche Ritterorden nach seiner Niederlage bei Tannenberg (1410) im
Frieden zu Thorn (1466) an Polen hatte abtreten müssen.

Polen erfuhr 1793 und 1795 noch zwei weitere Teilungen. Dabei wurde auch
der Rest des Landes unter den großen Nachbarn aufgeteilt. Preußen erhielt
bei der zweiten Teilung Südpreußen und bei der dritten Teilung Neuostpreußen
.
Seine Ostgrenze führte nun von der Südspitze Schlesiens über die Weichsel
(südlich Warschau) bis Grodno und folgte dann dem Laufe des Njemen abwärts.
Österreich hatte durch die Teilungen Galizien und Krakau, Rußland das ganze
übrige Gebiet Polens mit Kurland gewonnen.

Quelle: Georg Lange und Otto Röthig:
Vom Mittelalter zur Neuzeit - Geschichtsbuch für deutsche Schulen.
Wege der Völker, Reihe D (Neubearbeitung), Band III.

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Im benachbarten Königreich Polen war die Königsmacht verfallen; die
Adligen regierten das Land. Im Jahre 1772 versuchte Rußland unter der Zarin
Katharina II., den geschwächten Staat zu besetzen. Jedoch Österreich und
Preußen wollten nicht zulassen, daß Rußland seine Macht nach Mitteleuropa
hin ausdehnte. Ohne dabei die ererbten Rechte des polnische Königs zu berück-
sichtigen, besetzten Rußland, Österreich und Preußen gemeinsam große Teile
Polens. Maria Theresia hatte sich lange gegen die Teilung gewehrt. Sie sah
darin "eine Verletzung von allem, was bisher heilig und gerecht war."

Für Friedrich II. war die Teilung sehr verlockend, denn durch den Erwerb von
Westpreußen verband er Pommern mit Ostpreußen
. Österreich bekam Galizien
und Rußland den östlichen Teil Polens.

Alljährlich reiste der König durch seine Städte und Dörfer, prüfte die Arbeit
seiner Untertanen, ließ sich von seinen Landräten Rechenschaft geben und
überzeugte sich davon, daß seine Anordnungen befolgt worden waren.

Quelle: Rolf Lasius und Hubert Recker:
Geschichte, Band 2: Das Zeitalter der großen Mächte.
Ein Lese- und Arbeitsbuch.

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