Ostpreußische Divisionen 1939-1945.

u.a. Personenbezogene Unterlagen militärischer Herkunft bis 1945.
Fragen nach Vorgängen zum Diensteintritt, Dienstzeiten usw.

Ostpreußische Divisionen 1939-1945.

Beitragvon -sd- » 25.06.2017, 08:33

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Unsere Divisionen 1939 – 1945.

Im Dezember 1951 veröffentliche die 'Ostpreußen-Warte' als einzige deutsche
Zeitung im Vorabdruck Auszüge aus der ersten Truppengeschichte des Zweiten
Weltkriegs: '61. Infanterie-Division, Kampf und Opfer ostpreußischer
Soldaten' von Prof. Dr. Hubatsch. Dieser Vorabdruck fand ein starkes Echo in
unserem Leserkreis und mit Genehmigung des Verlags H. H. Podzun, Bad
Nauheim, haben wir auch die weiteren Berichte über ostpreußische Divisionen
stets ausführlich gewürdigt. Heute geben wir eine zusammenfassende Übersicht
über das Verlagsprogramm und insbesondere den Teil, der ostpreußischen
Truppen gewidmet ist.

Schlicht und ohne Pathos.

Schon die ersten, schlicht aufgemachten Bändchen der Reihe 'Die deutschen
Divisionen 1939 – 1945' zeigten ganz eindeutig, daß es sich nicht um "Kriegs-
bücher" handelt, sondern um sachliche Berichte, frei von Schönfärberei und
ohne jedes Pathos. Die Namen der Autoren und Mitarbeiter des Podzun-
Verlags bürgen dafür, und der Verlag selbst umreißt dieses Programm mit
folgenden Sätzen:

„Die Bände dieser Reihe wollen die Taten und Opfer deutscher Truppen im
Zweiten Weltkrieg würdigen. Die Ereignisse seit dem Frühjahr 1944 führten
zur vollkommenen Zertrümmerung der Fronten, viele Verbände gingen unter
chaotischen Umständen zugrunde, das Schicksal ganzer Einheiten blieb
ungeklärt. An eine ordnungsgemäße Abwicklung der Formationen, wie sie
1918/19 stattgefunden hat, war unter den Verhältnissen von 1945 nicht zu
denken. Im Zuge der allgemeinen Auflösung und der Verirrungen in der
Nachkriegszeit gingen überdies die meisten amtlichen und privaten Auf-
zeichnungen über den Einsatz und das Ende der einzelnen Verbände ver--
loren. Der Verlag hat bereits frühzeitig in weiten Kreisen dazu angeregt,
die Reste solcher Aufzeichnungen zu sammeln und durch Augenzeugen-
berichte zu ergänzen, so daß die Reihe der Truppengeschichten 1952 er-
öffnet werden konnte.

Die einzelne Darstellung hält sich an den Rahmen einer Division, die mit
ihren verschiedenen Kampf- und Versorgungstruppen eine geschlossene
Schicksalsgemeinschaft bildete. Die Berichte gelten in erster Linie den
Angehörigen der Gefallenen und Vermißten und den Beteiligten selbst;
zugleich wollen sie in ihrer Bedeutung über reine Erinnerungsschriften
hinausgehen und das Bild des modernen Vernichtungskrieges festhalten,
der über alle betroffenen Völker unsagbares Leid gebracht hat.

Bereits fünf ostpreußische Divisionsgeschichten.

Es ist kein Zufall, daß von den ersten acht Bänden allein fünf ostpreußischen
Divisionen (11., 21., 61., 206., 291. Inf.-Div.) gewidmet sind und daß auch
die Geschichte der berühmten 1. (ostpr.) Infanterie-Division seit langem
vorbereitet wird. Der junge Verleger Hans-Henning Podzun stammt selbst
aus Ostpreußen und weiß als ehemaliger Offizier der 21. Inf.-Div. aus eigener
Erfahrung, welche Schwierigkeiten gerade die ostpreußischen Divisionen
durch den Verlust der Heimat bei der Vermißtensuche haben und daß die
Angehörigen von unzähligen Gefallenen 1945 nicht mehr benachrichtigt
werden konnten, weil sie sich bereits auf der Flucht befanden. Aber auch
nach Nordrhein-Westfalen, von wo fast alle ostpreußischen Divisionen Ersatz
erhielten, der eine besonders glückliche Ergänzung bedeutete, gelang die
Benachrichtigung der Angehörigen der Gefallenen und Vermißten häufig
nicht mehr, weil deren Heimatorte durch schwere Luftangriffe getroffen
wurden. Die knappen Divisionsgeschichten können zwar kaum direkte Aus-
künfte geben, aber sie bieten doch einen wertvollen Anhalt, auch über das
Endschicksal der Truppenteile, das solange kaum bekannt war.

Alle Autoren haben den von ihnen beschriebenen Divisionen selbst lange Zeit
hindurch angehört, und ihre wertvollste Grundlage bilden das persönliche
Miterleben und vielleicht noch erhalten gebliebene private Aufzeichnungen.
Sie alle aber waren auf viele Darstellungen und Einzelangaben von Seiten
ihrer Divisionskameraden angewiesen, ohne deren Hilfe keine Divisions-
geschichte erscheinen könnte. Nur mit großer Geduld lassen sich die Lücken
schließen; wer selbst einmal versucht hat, einen Vorgang aus dem wechsel-
haften Ablauf des Krieges den wahren Tatsachen entsprechend zu rekon-
struieren, der ahnt, wieviel Zeit und Mühe in diesen Divisionsgeschichten
stecken. Auch wo Kriegstagebücher, Karten und Gefechtsberichte vorliegen,
verlangt die Auswertung fachliche Qualifikation und einen klaren Blick für
das Wesentliche. Im Laufe der Jahre hat der Verlag ein eigenes Archiv zur
Geschichte des letzten Krieges aufgebaut, das ständig erweitert wird und
künftig auch den Verfassern von Divisionsgeschichten manche Hilfe bieten
wird.

11. Infanterie-Division.

Acht Jahre lang hat Werner Buxa der 11. Inf.-Div. angehört, zuletzt als
Bataillonskommandeur (Ritterkreuzträger) im Grenadier-Regt. 44. Sein
flüssiger Bericht ist eine überzeugende Würdigung der unauslöschlichen
Leistungen dieser ostpreußischen Division, die auch vom Gegner mehrfach als
eine der besten des deutschen Heeres bezeichnet wurde. Bild reiht sich an
Bild: Der Kampf um Kuluczyn und der Einmarsch in Warschau, die Zeit der
Erholung am Strand von Biarritz, der Durchbruch aus dem Memelland über die
Jura und das erste Panzergefecht bei Korklamy, der Angriff über den Mschaga,
das Ringen um Schum, der erste Rückzug im bitterkalten Winter 1941 /42, der
verzehrende Einsatz im Brückenkopf Kirischi, in dem auch mehrere ostpreus-
sische Schwesterndivisionen Ströme von Blut lassen mußten, die Schlachten
mit General Thomaschki auf den Höhen von Ssinjawino, der Rückzug zum
Peipus-See, der Kampf an der Narwa und das Ende in Kurland. Bei aller Sach-
lichkeit zeichnet Buxa zugleich ein lebendiges Bild des erbarmungslosen und
heimtückischen Wolchowkampfes, der großen Materialschlachten um die
Schlüsselstellungen des Nordabschnittes und des Ausharrens auf verlorenem
Posten in Kurland, wo die 11. Division am 8. Mai 1945 mit Teilen in musterhafte
Ordnung nach Westen eingeschifft werden konnte.

Werner Buxa 'Weg und Schicksal der 11. Infanterie-Division.'
80 Seiten Text, 7 Skizzen, kartoniert 4,80 DM.

21. Infanterie-Division.

Die Kriegseinsätze dieser Division ähneln sehr denen der 11. Inf.-Div., mit der
sie häufig Schulter an Schulter in schwersten Kämpfen ausharrte. Der Verfasser
streift die ersten Kriegsjahre nur kurz und widmet den Hauptteil der Broschüre
den verlustreichen Rückzügen durch das Baltikum und insbesondere dem auf-
opfernden Endkampf um die engste Heimat im Brückenkopf Heiligenbeil, im
Samland und auf der Frischen Nehrung. Der Verfasser gibt auch eine Erklärung
für die unvorstellbar harten und verlustreichen Endkämpfe: „Wenn trotz aller
ernüchternden Erkenntnisse die Frontkommandeure in diesem Kessel
(Heiligenbeil) immer wieder neue Riegel aufbauen, wenn sich einzelne Kampf-
gruppen trotz des Gefühls, "verheizt" zu werden, immer noch mit aller Erbit-
terung wehren, und wenn die rückwärtigen Dienste bei der totalen Luftüber-
legenheit des Gegners nach wie vor die Versorgung der Truppe aufrecht zu
erhalten versuchen, so steht ihnen allen ein Ziel vor Augen: die Frist zu ver-
längern, die der unsagbar leidenden Zivilbevölkerung und den vielen Verwun-
deten noch die Möglichkeit zum Abtransport nach Westen geben kann. Dieses
Ziel gibt den Kämpfen die Härte, den Opfern ihren Sinn."

H. H. Podzun 'Weg und Schicksal der 21. Infanterie-Division.'
40 Seiten, brosch. 2,85 DM.
Der Restauflage liegt die amtliche Stellenbesetzung vom 03.01.1939 bei.

22. Infanterie-Division.

Diese aktive Bremer Division wurde bereits 1940 als Luftlande-Division im
Westen bekannt und hat sich bei der Einnahme von Sewastopol höchsten Ruhm
erworben. In der Ukraine wurde sie längere Zeit durch eine ostpreußische
bespannte Artillerie-Abteilung vorbildlich unterstützt. Später lag die Truppe
auf Kreta und hat zuletzt den schwierigen Rückzug durch den Balkan gedeckt.

Friedrich-August v. Metsch 'Die Geschichte der 22. Infanterie-Division.'
98 Seiten Text, 19 Skizzen, kart. 5,80 DM.

58. Infanterie-Division.

Vielen ostpreußischen Soldaten wird diese Division mit den niedersächsischen
Pferdeköpfen aus dem Nordabschnitt vertraut sein, wo sie u. a. um den
Wolchowkessel und an der Narwa kämpfte. Allein für ihre Kämpfe im Samland
mit der Herstellung der Verbindung nach Königsberg wurde sie im Februar 1945
zweimal im Wehrmachtbericht genannt.

Kurt v. Zydowitz 'Die Geschichte der 58. Infanterie-Division.'
160 Seiten, 19 Skizzen, 4 Abbildungen, Halbleinen 8,20 DM.

61. Infanterie-Division.

Die 61. Inf.-Div. ging bei der Mobilmachung aus den drei aktiven ostpreußischen
Divisionen hervor und wurde durch mehrere Sondereinsätze schnell bekannt:
Eben-Emael, Dünkirchen und Eroberung der Inseln Moon, Ösel und Dagö. Vor
Tichwin hielt sie die östlichste Stellung im Nordabschnitt, am Wolchow, an der
Narwa und im Kessel von Heiligenbeil lag sie stets im Brennpunkt und die Reste
verteidigten bis zur letzten Stunde die Bastion Sternwarte in Königsberg.
In Professor Dr. Hubatsch hat die 61. Division einen Autor gefunden, der diese
Vorgänge mit den Kenntnissen und dem Verantwortungsbewußtsein des geschul-
ten Historikers darstellt. Der langjährige Kommandeur der 61. Inf.-Div., General
a.D. Krappe, schreibt im Vorwort: „Diese Geschichte wird zum Spiegel des ost-
preußischen Menschen."

Walther Hubatsch
'61. Infanterie-Division, Kampf und Opfer ostpreußischer Soldaten.'
84 S., 17 Skizzen, kart. 4,80 DM.

170. Infanterie-Division.

Auch diese Hamburger Division kam nach ihren erfolgreichen Einsätzen auf der
Krim an die Front vor Leningrad. Bei Treuburg kämpfte sie um ostpreußisches
Grenzland und im Januar 1945 trat sie nach einem Gewaltmarsch zu dem berühmt
gewordenen Angriff auf Pr. Holland an, der der 4. Armee den Ausbruch nach
Westpreußen öffnen sollte, jedoch von Hitler verboten wurde.

Hennecke Kardel 'Die Geschichte der 170. Infanterie-Division.'
88 Seiten, 20 Skizzen, kart. 4,80 DM.

206. Infanterie-Division.

Ernst Payk gehörte zu den ersten Mitarbeitern, die der Podzun-Verlag gewin-
nen konnte. Als Pastor an der St. Stephani-Kirche in Goslar hatte er sich schon
vorher des Suchdienstes für die ostpreußische 206. Division angenommen, so
daß auch die Divisionsgeschichte bei ihm in den besten Händen lag. Der erste
Teil wurde von dem ersten Divisionskommandeur, Generalleutnant a. D. Höfl,
geschrieben. Auch die 206. Inf.-Div. Wurde schon in Polen und Frankreich einge-
setzt, doch ihre Geschichte wurde gekrönt durch die Einnahme von Rshew, und
im Raum dieser Stadt bildete sie immer wieder einen Eckpfeiler in der Front des
Mittelabschnittes. Höchste Standhaftigkeit zeigte diese brave Truppe in den
Schlachten um Witebsk, bis sie dort während des Zusammenbruchs der Heeres-
gruppe Mitte nach einem verzweifelten Ausbruchversuchs ihr tragisches Ende
fand.

Ernst Payk 'Die Geschichte der 206. Infanterie-Division.'
64 Seiten, 13 Skizzen, kartoniert 4,80 DM.

291. Infanterie-Division.

Professor Dr. Conze hat der 291. Inf.-Div. als Reserveoffizier von der Aufstel-
lung bis zu seiner letzten Verwundung angehört und dabei einen umfassenden
Überblick über das Geschehen gewonnen. Sein Bericht zeugt bei aller Sach-
lichkeit von seiner tiefen Verbundenheit mit der tapferen "Elch-Division", sein
Herz gehört dem einzelnen Soldaten als dem fairen Kämpfer und opferbereiten
Kameraden, sein Gedenken gilt den Gefallenen, Vermißten und Gefangenen.
So reiht sich dieser zuletzt erschienene Band würdig an seine Vorgänger. Die
einzelnen Kapitel dieser Divisionsgeschichte deuten bereits an, daß auch diese
ostpreußische Truppe ein wechselhaftes und schweres Kriegsschicksal hatte:
Aufstellung in Arys, Feldzug in Frankreich mit schweren Kämpfen am Aisnekanal,
Baltikum und Ingermanland, Winterkampf zwischen Ladogasee und Tigodamündung,
Schlacht um den Wolchowkessel, Welikije Luki und Newel, von Kiew bis Schepetowka,
Hubekessel, Brückenkopf Baranow und das Ende in Polen. Im Anhang finden sich
u. a. Originalberichte, Stellenbesetzungen und ein Verzeichnis der Feldpostnummern.

Werner Conze 'Die Geschichte der 291. Infanterie-Division.'
120 Seiten, 21 Skizzen, kart. 5,80 DM.

Schon zwei Jahre lang arbeitet Prof. Dr. Ipsen an der Geschichte der 1. Infanterie-
Division, die von vielen Ostpreußen mit besonderem Interesse erwartet wird. Die
'Ostpreußen-Warte' wird voraussichtlich noch im Herbst 1953 Auszüge aus diesem
Werk veröffentlichen können. Auch die Bände der 24. Panzer-Division (vorher ostpr.
1. Kav.-Div.) und 121. Inf.-Div. werden vorbereitet. Die Materialsammlung ist je-
doch gerade für die ostdeutschen Divisionen besonders schwierig, und zunächst
wird der Podzun-Verlag die Bände über die 1. und 4. Gebirgs-Division, die 4. Panzer-
Division und die 278. Infanterie-Division herausbringen.

Die jüngste Neuerscheinung ist das große Nachschlagewerk 'Das deutsche Heer
1939, Gliederung, Standorte, Stellenbesetzung und Verzeichnis sämtlicher
Offiziere am 03.01.1939.' Dieses Buch, das bei 1160 Seiten 48,-- DM kostet,
werden sich nur wenige Privatpersonen leisten können, aber in den Bibliotheken
wird es einen wichtigen Platz einnehmen. Da es die Namen und Rangdienstalter
sämtlicher Offiziere, nennt, wird dieses Werk, das die fotomechanische Wieder-
gabe der amtlichen Stellenbesetzung enthält, künftig bei der Regelung der Rechts-
ansprüche (§ 31) von entscheidender Bedeutung sein. Gerade die Vertriebenen
konnten eine solche Unterlage nur schwer beschaffen. Wer sich für die aktiven
Truppenteile und Standorte, selbstverständlich auch in Ostpreußen, interessiert,
findet hier eine erste und vollständige Zusammenstellung.

Es gibt viele erhebende und erschütternde Zeugnisse über Ostpreußen und seine
Menschen. Diese nüchternen Divisionsgeschichten gehören wohl mehr zu den
erschütternden Dokumenten, aber sie erinnern daran, in welcher Treue und
Opferbereitschaft unsere Truppen an den Grenzen und noch in den letzten
Bastionen unserer Heimat gekämpft haben.

Quelle: Ostpreußen-Warte, September 1953

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