Wie Familiennamen entstanden ...

Woher stammt mein Name ?

Wie Familiennamen entstanden ...

Beitragvon -sd- » 18.11.2012, 11:40

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Es stand in der ROTENBURGER RUNDSCHAU, Ausgabe 7. November 2005:

Bei 'Behrens' handelt es sich um eine so genannte patronymische Namensgebung: An den Rufnamen des Sohnes –
zum Beispiel 'Heinz' – wurde der Vorname des Vaters im Genitiv angehängt. Und 'Bernhards' oder 'Bernds' entwickelte
sich mit der Zeit zu 'Behrens' und ähnlichen Varianten.

Bleibt die Frage: Woher kommt der Vorname 'Bernd' ? Er ist eine Kurzform von 'Bernhard'. Dieser Name ist seit dem
Mittelalter belegt. Er wird aus den mittelhochdeutschen Wörtern für 'Bär' und 'hart' hergeleitet.

Gut zu erkennen ist das System der Namensgebung nach dem Vater bei heutigen Familiennamen wie 'Gerhard' oder
'Konrad' oder 'Steffens'. Benennungen nach der Mutter waren sehr selten. Häufig spielten aber der Beruf ('Schmidt',
'Müller'), der Wohnort ('Feldmann', 'Wiese') oder der Wohnort eine Rolle ('Eisenberg'). Auch körperliche Eigenheiten
wurden herausgegriffen ('Weiß' für einen blonden Mann, 'Schwarz' für einen dunkelhaarigen, 'Kurz' für einen kleinen).

Wie kam es überhaupt zu Nachnamen? Moden hatten den Schatz an Rufnamen bis zum 12. Jahrhundert stark ver-
armen lassen. Gleichzeitig wuchsen die Städte. Folge: Ein Name alleine reichte nicht mehr aus, um einen bestimmten
Bewohner eindeutig anzusprechen. In manchen ländlichen Regionen allerdings funktionierte das einnamige Modell
noch bis ins 17./18. Jahrhundert.

Spätestens dann aber begannen die Menschen, sich Beinamen anzuhängen: Der eine war der 'lange Hans', der
zweite der 'Altenburger Hans', der dritte schließlich 'Hans, der Schmied'. Wichtig: Diese Beinamen waren zunächst
nur an die jeweilige Person gebunden. Andere Familienmitglieder hatten andere Beinamen.

Problem: Das System mit den Beinamen funktionierte nur, solange sich alle Beteiligten persönlich kannten. Mit nur
zwei oder drei Generationen Abstand aber war zum Beispiel die Bedeutung amtlicher Dokumente kaum mehr nach-
zuvollziehen: Wer hat diese Steuern gezahlt ? Welcher Familie gehört dieses Stück Land ?

Die Lösung dieses Problems war die Einführung von Familiennamen. Sie sind erstens amtlich verbindlich, bestehen
zweitens lebenslang und sind drittens vererblich. Einziger Nachteil: Die Nachnamen haben nichts mehr mit den Eigen-
schaften ihrer aktuellen Träger zu tun, sondern nur mit denen eines grauen Vorfahren: Der heutige 'Hans Schmidt'
ist vielleicht gar kein Schmied mehr, sondern Klavierbauer. Und Heinrich Behrens Vater heißt womöglich Christian und
nicht Bernd.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Eine stichprobenartige Untersuchung ergibt, dass der Name Behrens den Schwerpunkt seiner Verbreitung im Nord-
westen der Republik hat. So finden sich in Bremen 502 Einträge im Telefonbuch, im fünfmal kleineren Oldenburg mit
154 relativ noch mehr.

Richtung Osten nimmt die Dichte ab. Hamburg – mehr als dreimal so groß wie Bremen – weist nicht etwa 1.500 Ein-
träge auf, sondern nur 638. Im größeren Berlin gibt es nur 233 entsprechende Einträge, in Rostock 37.

Auch Richtung Süden sinken die Zahlen. Gibt es im mit Bremen vergleichbaren Hannover noch 190 Anschlüsse auf
den Namen Behrens, sind es im etwas größeren Frankfurt nur 49 und in der Millionenstadt München lediglich 85.

Ein auffälliges Cluster gibt es im kleinen Scheeßel: 113 Einträge. Die Behrens-Dichte an der Beeke ist damit mehr als
130mal höher als an der Isar und sechsmal so hoch wie an der Hunte.

Die übrigen Gemeinden aus der Region fallen nicht aus dem nordwestlichen Rahmen. In Rotenburg gibt es 20 Ein-
träge, in Sittensen 20 und in Sottrum acht.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Benutzeravatar
-sd-
Site Admin
 
Beiträge: 2876
Registriert: 05.01.2007, 16:50

Wie Familiennamen entstanden ...

Beitragvon -sd- » 24.01.2014, 14:54

Wie Familiennamen entstanden ...
-------------------------------------------------------------------------------------------------

Cöpenick den 13. Maji 1703 ist ein Kind getauft worden, so d. d.
1702 den 2. Maji auf der langen Schloß-Brücke gefunden worden.
Dieses Kind hatt den Nahmen Johann Friedrich BRÜCKMANN
empfangen.

Martina Rohde

-------------------------------------------------------------------------------------------------

Ich kenne ein Menschenkind, das in den Kriegswirren des Zweiten Weltkriegs
geboren und gefunden, welches den schönen Namen Bernd FINDLING erhielt.

Christoph Janecke

-------------------------------------------------------------------------------------------------
Benutzeravatar
-sd-
Site Admin
 
Beiträge: 2876
Registriert: 05.01.2007, 16:50


Zurück zu Namenforschung / Namenkunde (Onomastik).

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast