Totenbuch des NKWD-Speziallagers Nr. 3 online.

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Totenbuch des NKWD-Speziallagers Nr. 3 online.

Beitragvon -sd- » 28.10.2011, 15:23

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Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hat ein Totenbuch des sowjetischen Speziallagers Nr. 3 veröffentlicht.
Darin sind die Namen von rund 700 Inhaftierten dokumentiert, die zwischen 1945 und 1948 am sowjetischen Lager-
standort Berlin-Hohenschönhausen ums Leben kamen.

Das komplette Totenbuch des Sowjetischen NKWD-Speziallagers Nr. 3 (Hohenschönhausen) ist hier zu finden:
http://totenbuch.stiftung-hsh.de/index.php?e=-1&full=1

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Ab sofort ist das Totenbuch des Sowjetischen Speziallagers Nr. 3 online unter totenbuch.stiftung-hsh.de abrufbar.

In der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) unterhielt das NKWD / Ministerium für Innere Angelegenheiten (MWD)
bis Anfang 1950 insgesamt zehn Speziallager und drei Innere Gefängnisse.

Im verhältnismäßig kleinen sowjetischen Lagerstandort Berlin-Hohenschönhausen, zu welchem das Speziallager Nr. 3
in der Genslerstraße und das Haftarbeitslager des operativen Sektors Berlin gehörten, verstarben zwischen 1945 und
1948 rund 1.000 Personen. Das nach mehrjähriger Recherchearbeit entstandene Totenbuch der Gedenkstätte
Berlin-Hohenschönhausen dokumentiert die Namen und weitere biografische Angaben von 693 Verstorbenen.

Es ordnet sich ein in die Bemühungen anderer Gedenkstätten und Initiativen, einen fundierten Gesamtüberblick
zu den in den Speziallagern aus dem Leben geschiedenen Personen zu geben, das Schicksal der Betroffenen
endgültig aufzuklären und ihre Identität über den Tod hinaus zu bewahren. Damit ist das Totenbuch auch primär
an die Hinterbliebenen und Angehörigen gerichtet, die mitunter bis heute auf konkrete Antworten warten mußten
und für die es keinen Ort der Trauer gab.

Quelle: www.stiftung-hsh.de

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Gedenkstätte Hohenschönhausen veröffentlicht Totenbuch.

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hat ein Totenbuch des sowjetischen Speziallagers Nr. 3 veröffentlicht.
Das Buch dokumentiert die Namen und Daten von 693 der rund 1.000 Inhaftierten, die am sowjetischen Lager-
standort Berlin-Hohenschönhausen im Speziallager Nr. 3 und im dazugehörigen Haftarbeitslager zwischen 1945
und 1948 ums Leben kamen.

Die Toten wurden auf dem nahegelegenen Müllablageplatz verscharrt. Nach der Wende entdeckte man bei Such-
grabungen die sterblichen Überreste von 127 Gefangenen. Insgesamt waren unter den Sowjets in Berlin-Hohen-
schönhausen, dem späteren Standort des zentralen Untersuchungsgefängnisses des Ministeriums für Staats-
sicherheit der DDR, 20.000 Menschen inhaftiert.

Die Sowjetische Besatzungsmacht hatte nach dem Kriegsende 1945 nach Angaben der Gedenkstätte willkürlich
zirka 380.000 Zivilisten, darunter Regime-Gegner, Unternehmer, Christ-, Liberal- und Sozialdemokraten, aber
auch ehemalige Mitglieder der NSDAP verhaftet und in zehn Speziallagern interniert. Im Falle Buchenwalds
und Sachsenhausens nutzten die Sowjets dabei ehemalige Konzentrationslager der Nationalsozialisten weiter.
(cs)

Quelle: JUNGE FREIHEIT, 25. Oktober 2011
http://www.jungefreiheit.de/Single-News ... cd06.0html

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