Archiv des Erzbistums Stettin-Cammin.

Erfahrungen und Ratschläge.

Archiv des Erzbistums Stettin-Cammin.

Beitragvon -sd- » 29.01.2010, 23:34

--------------------------------------------------------------------------------------------

26. Januar 2010

Die Kirchenbücher vor 1945 dieser katholischen Gemeinde befinden
sich im Erzbischöflichen Archiv in Stettin. Bestände siehe:

http://www.archiwum.szczecin.pl/?id=28

Wenn nähere Informationen gewünscht sind, bitte melden.

Prof. D. Wallschläger
Mailto: wallsch(at)rz.uni-potsdam.de

--------------------------------------------------------------------------------------------

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wallschläger,

durch Ihre obige Mail-Antwort habe ich den Eindruck gewonnen,
daß Sie offensichtlich nähere Kenntnis haben, was das
Erzbischöfliche Archiv in Stettin betrifft. Deshalb erhoffe
ich mir mit Ihrer Hilfe eine Klärung folgender Frage:

Wenn Sie einmal meine nachfolgende Textzusammenstellung
lesen, werden Sie bemerken, daß dort die unterschiedlichsten
Bezeichnung für eine Institution verwendet werden.

Sie persönlich sprechen vom 'Erzbischöflichen Archiv in Stettin'.
Im GenWiki-Text ist die Rede vom 'Erzbistum Stettin-Cammin'.
Gunthard Stübs verwendet die Bezeichnung 'Diözesanarchiv'.
Edward Wetzel spricht von der 'Benutzerordnung des Archivs
des Erzbistums Stettin', während in der Benutzerordnung selbst
die Bezeichnung 'des Archives des Stettiner-Camminer Erzbistums'
verwendet wird.

Ist meine Annahme richtig, daß in allen verwendeten Bezeichnungen
stets ein und dasselbe gemeint ist, oder gibt es in Stettin mehrere
katholische Archive ?

Ich bin an einer korrekten Bezeichnung interessiert, weil ich gern
einen entsprechenden Text als Orientierungshilfe in mein
SOMMERFELD-FORUM einstellen möchte.

Soweit Sie zur Klärung beitragen können, würde ich mich
darüber sehr freuen.

Dieter Sommerfeld

--------------------------------------------------------------------------------------------

Das Erzbistum Stettin-Cammin (lat.: Archidioecesis Sedinensis-
Caminensis, poln.: Archidiecezja szczecińsko-kamieńska)
ist ein Erzbistum in Polen. Der Erzbischof von Stettin-Cammin
ist gleichzeitig Metropolit der gleichnamigen Kirchenprovinz,
der die Bistümer Köslin-Kolberg und Grünberg-Landsberg als
Suffraganbistümer unterstellt sind. Bischofskirche ist die Jakobs-
kathedrale in Stettin.

--

Diözesanarchiv Stettin-Cammin
Die Diözese Stettin-Cammin wurde 1972 gebildet. Im Diözesanarchiv
befinden oder befanden sich Kirchenbücher des Kreises Cammin.
Möglicherweise befinden sich dort auch Bestände aus dem
ehemaligen Domarchiv Cammin.

Adresse:
Archiwum Diecezji Szczecinsko-Kamienskiej,
Pl. Katedralny 8,
PL-72-400 Kamien Pomorski, Poland
------------------------------------------------------------------
C 1998 by Gunthard Stübs

--

Archiwum Archidiecezjalne w Szczecinie
ul. Papieża Pawła VI nr 4
71-459 Szczecin

Tel/fax.: 0048 91 45 41 609
Tel: 0048 91 45 42 292 w. 132

e-mail: archiwum@kuria.pl

--------------------------------------------------------------------------------------------

14. November 2006
An: Neumark-L

Anbei die Benutzerordnung des Archivs des Erzbistums Stettin.
( = Übersetzung aus dem Polnischen.)

Edward Wetzel Mailto: jazgra.berlin(at)cityweb.de

--

Hallo Edgar Wetzel !

Vielen Dank für die Bereitstellung der Benutzerordnung,
die ich ein wenig geordnet, korrigiert und für meinen
privaten Bedarf archiviert habe.

Dieter Sommerfeld

--------------------------------------------------------------------------------------------

Archiv des Erzbistums in Szczecin
ul.Papieza Pawla VI / 2
71- 459 Szczecin

Tel. (0048) 91 45 41 609

Benutzerordnung
des Archives des Stettiner-Camminer Erzbistums


1. Das im Archiv des Stettiner - Camminer Erzbistums in Stettin
aufbewahrtes Archivmaterial wird interessierten Personen
auf Antrag und nach der Zustimmung des Archivdirektors zur
Verfügung gestellt, mit Ausnahme geheimer Akten.

2. Im Antrag auf Benutzung des Archives bitte angeben:

- Welche Archivmaterialien möchte man nutzen ?
- Charakter der Recherchen.
- Angaben über den Benutzer: Name, Vorname, Adresse, Beruf.
- Verpflichtug über die Einhaltung der Benutzerordnung.
- Im Falle, daß das Archivmaterial für eine wissenschaftliche
Arbeit genutzt wird, muß das Thema der Arbeit angegeben
werden und die Verpflichtug, ein Exemplar der publizierten
Arbeit an das Archiv zu übergeben.

3. Die Benutzung von Geheimakten bedarf der Zustimmung
des Erzbischofs.

4. Die Benutzer dürfen nicht die Reihenfolge der Akten ändern,
auf diesen Notizen machen bzw.sie anders zu beschmutzen.

5. Das Anfertigen von Fotokopien wie auch bei wissenschaftlichen
Forschungen das Ermöglichen anderen Personen die Benutzung
des Archivmaterial ist ohne besondere Genehmigung nicht möglich.

6. Materialien, die einem Forscher zur Verfügung gestellt wurden,
werden anderen verweigert.

7. Nach Beendigung der Benutzung müssen die benutzten Archiv-
materialien persönlich zurückgegeben werden.

8. Die Archivmaterialien werden nicht nach außerhalb des Archivs
verliehen

9. Bei Feststellung der Verletzung der Benutzerordnung wird
die Genehmigung für die Benutzung des Archivs entzogen

10. Der Benutzer verpflichtet sich, diese Benutzerodnung zu befolgen.

11. Die Handbibliothek im Lesesaal des Archivs kann ohne der
Vermittlung durch das Personal genutzt werden, jedoch sollte
man die benutzten Bücher wieder an ihren Platz stellen.

12. Die Benutzung der Handbibliothek unterliegt auch dieser
Benutzerordnung

--------------------------------------------------------------------------------------------

Sehr geehrter Herr Sommerfeld,

ich bin auch nicht des Polnischen mächtig, aber meine, das Archiv heißt
offiziell 'Archiv des Erzbistums Stettin-Cammin'. Der Standort Stettin
wird hinten angefügt. Es ist das einzige kirchliche (katholische) Archiv
in Stettin, das auch alle Kirchnachlässe aus der Zeit vor 1945 archiviert.
Daher befinden sich dort alle noch vorhandenen bzw. abgelieferten
deutschen Unterlagen.

Die katholischen Kirchenbücher vieler Orte enthalten hauptsächlich die
Namen polnischer Schnitter, die von diese in der Erntesaison betreut
wurden. Im Krieg waren es auch Zwangsarbeiter.

Auf der Homepage, von der kleine Teile auch in kaum verständlichem
Deutsch verfügbar sind, steht ausdrücklich, daß keine Geburtsurkunden
(Taufscheine) und keine Urkunden, aus denen Eigentumsverhältnisse
hervorgehen, ausgestellt werden. Neuerdings findet sich auch eine
polnische Bemerkung (in roter Schrift), daß Kirchenbücher wegen des
schlechten technischen Zusstands überhaupt nicht zur Verfügung
stehen.

Ich habe das Archiv im Frühjahr 2009 besucht, nachdem ich mich zuvor
per email angemeldet hatte. Das erste Problem bestand darin, daß nur
Insider bzw. polnisch sprechende Personen das in einem Kellerraum der
Katholischen Hochschule befindliche Archiv finden können. Vor Ort traf
ich eine wenig deutsch und kaum besser englisch sprechende Archivarin
an, so daß es im Falle eines Archivbesuchs ratsam ist, die Hilfe eines
Dolmetschers in Anspruch zu nehmen.

Da mir die Bestände des zuvor in Cammin befindlichen Archivs der
dortigen evangelischen Synode vor 1945 (läuft bei Stübs unter der
Bezeichnung Diözesanarchiv) teilweise bekannt waren, konnte ich
gezielt fragen und erfuhr, daß außer den wertvollen Beständen der
Bibliothek und einem von ca. fünf Kirchenbüchern nichts bisher inven-
tarisiert ist und damit theoretisch auch nicht zur Verfügung stehen.

Ich konnte auch die Lagerräume betreten - nichts als leere Regale und
an den Wänden Kleiderbügel mit den Ornaten der Geistlichen der nahe
gelegenen Kirche.

Auf Nachfrage beim Domprobst in Cammin erfuhr ich, daß fast alle Akten
und anderes Schriftgut von Pilzen befallen sei und aus hygienischen
Gründen nicht bearbeitet werden kann. Vier Jahre vorher hatte ich in
Cammin gut gebündelte und trockene Aktenpakete gesehen.

Inwieweit die Übersetzung der Benutzerordnung authentisch ist, kann
ich nicht einschätzen. Auf alle Fälle gilt sie nur eingeschränkt, und für
deutsche Nutzer trifft dies besonders zu.

Die Bemerkung zur Bischofskirche ist nur teilweise richtig, da auch der
Dom zu Cammin als gleichberechtigte Konkathedrale geführt wird. Das
mag historische Gründe haben.

Ich hoffe, daß Sie nun etwas mehr Klarheit haben.

Prof. D. Wallschläger

--------------------------------------------------------------------------------------------
Benutzeravatar
-sd-
Site Admin
 
Beiträge: 3297
Registriert: 05.01.2007, 16:50

Zurück zu Archive und Genealogie-Vereine im heutigen Polen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast